MechaniXnews – 15.11.2019

Holz hochfest

Obwohl Holz einer der ältesten Werkstoffe ist, hat es noch Entwicklungspotenzial. Ein Forscher-Team der ETH Zürich und der Empa Dübendorf hat aufgezeigt, wie sich die Festigkeit des Materials steigern lässt. Chemisch besteht Holz aus den drei Bestandteilen Zellulose, Hemizellulose und Lignin. Via Delignifizierung mit Hilfe von Säure sowie Verdichtung des Holzes lässt sich die verbleibende Zellulose im nassen Zustand in jede X-beliebige Form bringen. Zwischen den Zellen, wo Lignin für Stabilität gesorgt hat, verteilt sich dann Wasser, das die Zellverbindungen auflöst. Trocknet man das delignifizierte Holz, verhaken sich die Zellen ineinander, was wieder für stabile Verbindungen sorgt. Durch Pressen wird das Material verdichtet, so dass es rund dreimal zugfester wird als naturbelassenes Fichtenholz. In der Autoindustrie könnte das neue Material beispielsweise für Türverkleidungen verwendet werden.

MechaniXnews – 13.11.2019

Wasserstoff aus Methanol

Sportwagenhersteller Roland Gumpert hat in Schanghai nun die Serienversion des Zweisitzers RG Nathalie mit Methanol-Brennstoffzelle vorgestellt. Europapremiere feiert der Hochleistungssportwagen im kommenden März beim Genfer Autosalon. Die ersten Fahrzeuge sollen dann im Sommer 2020 ausgeliefert werden. Aus 1 l Methanol macht die Brennstoffzelle nach Angaben des Herstellers 2 kWh Strom. Der 70-l-Tank speichert also 140 kWh, und weitere 70 kWh werden in der zusätzlichen Lithium-Ionen-Pufferbatterie gespeichert. Die 210 kWh sollen schliesslich für eine Reichweite von 1000 km gut sein, und anschliessendes Nachtanken dauert lediglich drei Minuten. Ab Ende 2021 könnte das Elektro-SUV Aiways U5 ebenfalls mit einer Methanol-Brennstoffzelle angeboten werden. 

MechaniXnews – 11.11.2019

Elektromobilität – ein Geben und Nehmen

Im neuen Forschungsprojekt „Bidirektionales Lademanagement“ entwickeln verschiedene Unternehmen und Institutionen technologische Lösungen, mit denen Elektromobilität für die Nutzer komfortabler und kostengünstiger werden kann. Ziel der Projektpartner ist es, mit einem ganzheitlichen Ansatz Fahrzeuge, Ladeinfrastruktur und Stromnetze so miteinander zu verknüpfen, dass eine umfassende Nutzung regenerativ erzeugter Energie gefördert und gleichzeitig die Versorgungssicherheit gesteigert wird. Das Forschungsprojekt unter der Trägerschaft des Zentrums für Luft- und Raumfahrt und unter der Konsortialführung von BMW ist auf drei Jahre angelegt. Ab Anfang 2021 sollen die ersten 50 BMW i3 mit bidirektionaler Ladetechnik unter Realbedingungen im Alltag erprobt werden. 

MechaniXnews – 08.11.2019

Zweites Leben für die Batterien

Das elegante Elektro-Motorboot Black Swan fährt Touristen auf der Seine geräuschlos und emissionsfrei zu den sehenwertesten Orte der französischen Hauptstadt. An Bord sind als Stromlieferanten Lithium-Ionen-Batterien von Renault, die nach ihrem Einsatz im Elektroauto ein zweites Leben auf dem Ausflugsschiff erhalten. Black Swan kommt für rund zweistündige Ausflugsfahrten für Gruppen mit bis zu acht Personen zum Einsatz. Die Partnerunternehmen Renault, Seine Alliance und Green Vision belegen damit, wie sich nachhaltige Kreislaufwirtschaft erfolgreich umsetzen lässt. Das Schiff ist der Prototyp für eine ganze Flotte rein elektrisch angetriebener Motorboote, die nach und nach ihren Dienst aufnehmen werden. Bis 2024 will Seine Alliance die gesamte Flotte elektrifizieren. 

MechaniXnews – 06.11.2019

Bündelung der weltweiten Fahrerprobung

In Immendingen, 130 km südlich von Stuttgart und 40 km nördlich von Radolfzell am Bodensee, hat Mercedes vor gut einem Jahr ein riesiges Testgelände eröffnet. Nach Beendigung aller Bauarbeiten bündelt der Autohersteller nun dort die weltweite Fahrzeugerprobung und entwickelt unter anderem alternative Antriebe wie Hybride und Elektrofahrzeuge der Untermarke EQ weiter. Ausserdem dient das insgesamt 520 ha grosse Gelände, wo 68 km Teststrecken vorhanden sind und 250 Mitarbeiter beschäftigt werden, zur Erprobung neuer Assistenzsysteme. Im Prüf- und Technologiezentrum Immendingen (PTZ) können unterschiedliche Fahrbedingungen simuliert werden. Besonders im Fokus stehen die vier strategischen Zukunftsfelder Vernetzung, autonomes Fahren, flexible Nutzung und elektrifizierte Antriebe, die Daimler unter dem Begriff CASE zusammenfasst. 

MechaniXnews – 04.11.2019

Cadillac kann auch klein

Auch Cadillac, bekannt als Hersteller besonders grosser und luxuriöser Limousinen und SUV, freundet sich allmählich mit kleineren Formaten an: Der bei der Auto-Zürich in Oerlikon erstmals in der Schweiz gezeigte XT4 passt genau ins heute so beliebte Segment der Kompakt-SUV. Er ist mit einem speziell für Europa entwickelten 2-l-Dieselmotor (380 Nm, 170 PS) ausgestattet und wird in den zwei Ausstattungsvarianten Launch Edition und Launch Edition Sport angeboten. Der Kunde hat weiter die Wahl zwischen 18- und 20-Zoll-Rädern sowie zwischen Vorderrad- und Allradantrieb. Beide Modelle werden gemäss Angaben des Importeurs serienmässig mit reichhaltiger Komfort- und Sicherheitsausgestattung geliefert.

MechaniXnews – 01.11.2019

Bidirektionaler Stromhaushalt

Zusammen mit Projektpartnern erprobt Nissan ab Anfang 2020 die Integration von Elektroautos in öffentliche und private Stromnetze. Die Autos dienen dabei als Pufferspeicher für überschüssige Energie aus lokalen regenerativen Quellen. Mit dem Projekt i-recept, das von Nissan gemeinsam mit Bosch und dem Fraunhofer Institut initiiert wurde, sollen Akzeptanz und Verbreitung von Elektrofahrzeugen weiter vorangetrieben werden. Im Rahmen des Projekts kommen 20 Fahrzeuge und 20 rückspeisefähige Ladestationen zum Einsatz. Die Autos können dann überschüssige Solarenergie in ihrer Batterie zwischenspeichern und bei Bedarf an den Haushalt abgeben oder ins öffentliche Netz einspeisen. 

MechaniXnews – 30.10.2019

Noch mehr Airbags

Nach einer Statistik des Europäischen Automobilverbandes ACEA werden rund 45% der Folgeschäden eines Unfalls durch den Zusammenprall der Köpfe oder durch den Aufprall des Kopfes ans Interieur verursacht. Deshalb hat Hyundai nun einen neuartigen Seitenairbag entwickelt. Bei einem seitlichen Aufprall schiebt sich dieser zwischen Fahrer und Beifahrer und schützt damit vor Kopfverletzungen. Der neue Seitenairbag ist im Fahrersitz untergebracht und wird ausgelöst, sobald die Sensoren bei einem Aufprall entsprechende seitliche Kräfte erkennen. Ist der Beifahrersitz nicht besetzt, schützt der Airbag den Fahrer vor den Folgen einer Kollision auf der rechten Seite. Hyundai erwartet, dass die Zahl der Kopfverletzungen mit dem Einsatz des zentralen Seitenairbags um 80% reduziert werden.

MechaniXnews – 28.10.2019

Alternativer Flachmann

Auf der 46. Tokio Motor Show präsentiert der grosse japanische Nutzfahrzeughersteller Hino ein völlig flaches, modulares Chassis, das beim Antrieb schwerer Nutzfahrzeuge der Zukunft eine wichtige Rolle spielen könnte. Das Flat-Former-Konzept hat Hino zusammen mit REE entwickelt. REE stellt elektrische Radnabenantriebe her, die es ermöglichen, alle Antriebskomponenten im Radkasten unterzubringen. Das so ausgestattete Fahrzeug wartet mit einem optimalen Platzangebot auf und bietet ausserdem ein Höchstmass an Flexibilität und Energieeffizienz. Das Antriebssystem von REE unterstützt Elektrofahrzeuge aller Grössen und ermöglicht die schnelle Integration von technischen Innovationen, weil es die Modellzyklen erheblich vereinfacht.

MechaniXnews – 25.10.2019

Nach 120 Jahren zurück auf der Strasse

Vor gut 120 Jahren verkehrte auf den Strassen Londons zum letzten Mal ein elektrisch angetriebenes Taxi. Das «Bersey Taxi» wurde 1897 lanciert und war bis 1899 in Betrieb; die englische Königin hiess damals noch Victoria. Nun kommt der Elektroantrieb zurück: Der englische Hersteller Dynamo hat vor einigen Tagen in der Londoner Stadthalle das neue schwarze EV-Taxi Hackney Carriage vorgestellt. Das 2,2 Tonnen wiegende Fahrzeug basiert auf dem Nissan e-NV200 Evalia, liefert 254 Nm und 80 kW, und die Reichweite beträgt rund 300 km. Da ein Londoner Taxi pro Tag 140 bis 190 km zurücklegt, sollen sich für den Taxihalter Treibstoffersparnisse von gegen 20 Pfund (rund 25 Franken) ergeben. Der Fahrzeugpreis beläuft sich auf 47'995 Pfund (rund 61'000 Franken).