MechaniXnews – 19.06.2020

Elektromotor füllt Turboloch

Mit der nächsten Fahrzeuggeneration hält bei AMG der elektrische Abgasturbolader Einzug. Die neue 48-V-Turbotechnologie, die zusammen mit Partner Garrett Motion entwickelt wurde, löst den Zielkonflikt zwischen einem kleinen, schnell ansprechenden und einem grossen Lader mit hoher Spitzenleistung. Direkt auf der Laderwelle, zwischen dem Turbinenrad auf der Abgasseite und dem Verdichterrad auf der Frischluftseite, ist ein rund 4 cm schmaler Elektromotor integriert. Dieser treibt das Verdichterrad an, bevor dieses den Abgasstrom übernimmt. Die Elektrifizierung des Turboladers verbessert das Ansprechverhalten direkt ab Leerlaufdrehzahl und über den gesamten Drehzahlbereich hinweg deutlich. Das berüchtigte Turboloch wird auf diese Weise «gestopft», Fahrpedalbefehle werden spontan umgesetzt.

MechaniXnews – 17.06.2020

Autotransport per Gasschiff

200 Meter lang und 38 Meter breit: So gross ist der mit flüssigem Erdgas (LNG) angetriebene Autofrachter, der erstmals Fahrzeuge aus Europa nach Nord- und Mittelamerika transportiert. Gestern lief aus Emden die Siem Confucius mit mehr als 4800 Fahrzeugen des Volkswagenkonzerns in Richtung Veracruz aus. Der LNG-Antrieb senkt dabei den CO2-Ausstoss um bis zu 25 %, die NOx-Emissionen um bis zu 30 %, die Russpartikel um bis zu 60 % und die Schwefeloxid-Emissionen um bis zu 100 %. Angetrieben wird das Schiff von einem 12’600-kW-Dual-Fuel-Motoren mit Direkteinspritzung und Abgasnachbehandlung von MAN Energy Solutions. Im Eco-Speed-Modus fährt es mit einer Geschwindigkeit von 30,6 km/h. Neben flüssigem, tiefgekühltem Erdgas kann der Autofrachter künftig auch mit Biogas oder E-Gas aus regenerativen Quellen betrieben werden.

MechaniXnews – 15.06.2020

Werksmuseum von Alfa Romeo wieder offen

Das Museo Storico Alfa Romeo in Arese nahe Mailand ist ab dem 24. Juni  – dem 110. Geburtstag der Marke – wieder öffentlich zugänglich. Selbstverständlich gelten zum Schutz der Besucher und des Personals alle nötigen Hygiene- und Sicherheitsmassnahmen. Zur Eröffnung bietet das Museum erstmals auch Führungen durch die Lagerräume, in denen weitere 150 Fahrzeuge, Modelle und Sammlungsstücke aufbewahrt werden. Besucher können ausserdem im eigenen Fahrzeug eine Runde auf der museumseigenen Rennstrecke drehen oder an Konferenzen und Vorführungen teilnehmen. Ein weiteres Highlight ist das neue Alfa-Romeo-Modell Giulia GTA, ein Sonderversion zum 110. Geburtstag. Vorläufig sind geänderte Öffnungszeiten zu beachten: vom 24. bis 28. Juni 2020 täglich offen, danach bis auf weiteres nur am Wochenende. 

MechaniXnews – 12.06.2020

Der Stratos ist zurück

Der Lancia Stratos gehörte zu den aufregendsten Sportwagen der 1970er-Jahre. Mit V6-Mittelmotor von Ferrari, extremer Keilform und abenteuerlicher Fahrdynamik machte er vor allem auf Rallye-Pisten Furore. Nun ist er wieder da – zumindest in ganz ähnlicher Gestalt. Die Neukonstruktion des italienischen Herstellers MAT (Manifattura Automobili Torino) wurde bereits 2010 als Prototyp gezeigt und wird nun in einer limitierten Auflage von nur gerade 25 Exemplaren gebaut. Der Zweisitzer mit der Stahlrohrrahmen-Carbon-Karosserie ist mit einem 4,3-l-V8-Motor ausgestattet, eine modifizierte Version des F430-Triebwerks, das nun mit 545 PS aufwartet. Die 100-km/h-Marke soll aus dem Stand in nur 3,3 s erreicht sein, und als Topspeed nennt der Hersteller 270 km/h.

MechaniXnews – 10.06.2020

Nachrüst-Abbiegeassistent von Mercedes und Setra

Nach dem vollintegrierten Abbiegeassistent für LKW und Busse bieten Mercedes-Benz und Setra ab sofort zusätzlich Abbiege-Unterstützung zur Nachrüstung für nahezu alle Lastwagen und Omnibusse der beiden Marken an. Die radarbasierten Abbiegeassistenten tragen in erster Linie zum Schutz von Fussgängern, Velofahrern und E-Scooter-Benutzern bei. Sie unterstützen den Chauffeur im Stadtverkehr, besonders weil sich Fussgänger und Zweiradfahrer, die sich seitlich des Fahrzeugs befinden, oft nicht bewusst sind, dass ein LKW- oder Busfahrer sie womöglich nicht sehen kann. Für schwere Nutzfahrzeuge werden Abbiegeassistenten in der EU ab 2022 für neue Fahrzeugtypen und zwei Jahre später für alle bereits existierenden Baumuster verpflichtend vorgeschrieben. 

MechaniXnews – 08.06.2020

30 Jahre E-Antrieb

Während die einen Autohersteller eben erst begonnen haben, Elektrofahrzeuge zu bauen, haben andere schon eine lange Tradition auf diesem Gebiet. Hyundai beispielsweise stellte schon 1991 mit dem Sonata Electric Vehicle das erste Elektro-Konzeptfahrzeug vor: mit einer Bleibatterie, 70 km Reichweite und einer Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h. 1995 folgte mit der Eröffnung des Forschungs- und Entwicklungszentrums in Namyang, Südkorea, der nächste Schritt in der Entwicklung von E-Autos. In diesen Zeitraum fallen auch die ersten Experimente mit Hybridantriebssystemen, und schon 1998 begann die Entwicklung von Brennstoffzellen-Elektrofahrzeugen. Erster Prototyp war der Santa Fe Fuel Cell EV des Jahres 2000. Hyundai erklärte 2020 zum Jahr der Elektrifizierung, mit dem Ziel, drei Viertel der europäischen Modellpalette mit elektrifizierten Modellen anzubieten.

MechaniXnews – 05.06.2020

Produktionsschluss für den grossen V8

Am 1. Juni hat ein Team von sieben Mitarbeitern im Bentley-Werk in Crewe den allerletzten V8 der L-Serie zusammengebaut. Installiert wird das Power-Aggregat den dreissigsten und letzten Mulsanne – mit dem Beinamen 6.75 Edition by Mulliner. Damit verschwindet ein Benzinmotor, der 1959 erstmals gefertigt wurde. Obwohl das V8-Konzept in den sechs Jahrzehnten unverändert geblieben und der Hubraum nur von 6,2 auf 6,75 l vergrössert wurde, haben die Engländer die Maschine laufend der Zeit angepasst, so dass heute kein Bauteil mehr gleich ist wie beim Produktionsstart für den Bentley S2 mit 182 PS. Auch die Leistung ist nicht mehr vergleichbar: Die moderne Biturboversion liefert im Mulsanne Speed 1100 Nm und 535 PS. 

MechaniXnews – 03.06.2020

Modulare Plattform für Elektrofahrzeuge

REE Automotive und Zulieferer KYB Corporation werden im Rahmen einer strategischen Partnerschaft Antrieb und Radaufhängungen für zukünftige Elektrofahrzeug-Plattformen entwickeln. Die Expertise von REE, einem wegweisenden Technologieunternehmen bei Plattformen für Elektrofahrzeuge und vom grossen Hydraulikhersteller KYB soll den Güter-, Personen- und Dienstleistungsverkehr mit Hilfe eines revolutionären Designs für Elektrofahrzeuge grundlegend verändern. Es wird eine neue Ebene der Aufhängungstechnik innerhalb des REE-Design-Konzeptes geschaffen, die alle Antriebsstrangkomponenten des Fahrzeugs – Lenkung, Bremsen, Aufhängung, E-Motor – in das Rad integriert. Damit ergibt sich eine Plattform, die fast beliebige Aufbauten ermöglicht.

MechaniXnews – 01.06.2020

Wachsende Hybridpalette bei BMW

Mit der Einführung der 48-V-Mildhybridtechnik in weiteren Modellreihen gelingt es BMW, die Verbrauchs- und Emissionswerte in der Fahrzeugflotte weiter zu reduzieren. Ab kommendem Sommer werden in 33 Modellen durch den Einsatz eines leistungsstarken Starter-Generators und einer zusätzlichen Batterie die Effizienz und die Dynamik des Antriebs optimiert. Dies gilt auch für die neuen Sechszylinder-Dieselmotoren in den Modellreihen 7 sowie X3 bis X7. Zwei weitere Antriebsvarianten stehen ab Juli für das 2er Gran Coupé zur Auswahl. In zahlreichen Plug-in-Hybridmodellen sorgt die neue Funktion e-Drive Zone bei der Einfahrt in die Umweltzonen vieler Städte für einen automatischen Wechsel in den rein elektrischen Betriebsmodus. 

MechaniXnews – 29.05.2020

Kriselnde Allianz wird neu geordnet

Vor wenigen Tagen haben die Markenverantwortlichen der Allianzpartner Renault, Nissan und Mitsubishi bekanntgegeben, dass die derzeit schlechte Ertragslage durch eine Neustrukturierung der Organisation verbessert werden soll. Mit mehr regional orientierten Auftritten und einer radikal vereinfachten Plattformenstrategie wollen die drei Marken wieder auf Erfolgskurs kommen. Pro Fahrzeugsegment sollen in Zukunft ein Mutterfahrzeug (Leader Car) sowie Schwesterfahrzeuge vom leitenden Unternehmen entwickelt werden. Gestern wurde nun der erste konkrete Massnahmenschritt bekannt: Nissan will sich künftig verstärkt auf die asiatischen Märkte konzentrieren und schliesst daher das Werk Barcelona, wo rund 2800 Mitarbeiter beschäftigt sind. Das britische Werk Sunderland wird dagegen weiter produzieren.