MechaniXnews – 24.06.2022

Viel weniger CO2-Sanktionen

Die stark wachsende Elektrifizierung bei neuen Personen- und Lieferwagen hat für die Importeure zu einem deutlichen Rückgang der CO2-Sanktionen geführt. Wie das Bundesamt für Energie mitteilt, betragen die 2021 erhobenen Strafbeträge für PW 28,1 Millionen Franken – gegenüber 132,1 Millionen Franken im Vorjahr. Auch für leichte Nutzfahrzeuge wurden mit 9,4 Millionen Franken deutlich weniger Sanktionen fällig. Der Rückgang belegt die Erfolge, die die Mitglieder von Auto-Schweiz mit ihren Bemühungen um die CO2-Senkung feiern. So war mit 22,5 % Marktanteil im Jahr 2021 schon fast jeder vierte neue PW ein Steckermodell. Für das weitere Wachstum der E-Mobilität braucht es nach Ansicht der Importeurenvereinigung nun einen schnellen Aufbau der Ladeinfrastruktur und eine zuverlässige Versorgung mit CO2-armem Strom.

MechaniXnews – 22.06.2022

Produktion und Entwicklung in Steyr

Ab 2025 entwickelt und produziert BMW die Elektroantriebe der nächsten Generation im Werk Steyr. Durch die deutliche Kapazitätserweiterung bleibt das Werk im österreichischen Steyr weiterhin der führende Antriebsstandort der BMW Group. Schon heute hat weltweit jedes zweite Fahrzeug der BMW Group ein Herz aus Steyr. Die Bayern werden künftig pro Jahr mehr als 600’000 E-Antriebe produzieren – parallel zur noch immer hohen Produktionsauslastung mit Diesel- und Benzinmotoren. Bis 2030 wird rund die Hälfte der 4400 Beschäftigten im Bereich der Elektromobilität tätig sein. In Steyr werden künftig alle Kernkomponenten der hochintegrierten E-Antriebsmaschine produziert: Rotor und Stator, Getriebe, Inverter und Gehäuse. Diese Komponenten werden dann an zwei neuen Montagebändern montiert.

MechaniXnews – 20.06.2022

Siemens pusht kabelloses Laden

Siemens erwirbt für 25 Millionen US-Dollars eine Minderheitsbeteiligung an Witricity, einem US-amerikanischen Anbieter von kabellosen Ladetechnologien. Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen das kabellose Laden von Elektrofahrzeugen vorantreiben. Dieser Markt wird nach Berechnungen von Siemens allein in Europa und Nordamerika bis 2028 ein Volumen von zwei Milliarden US-Dollar erreichen. Beim induktiven Laden tauscht eine am Boden montierte Ladeplatte Strom mit einer an der Unterseite des Fahrzeugs angebrachten Empfängerspule aus. Es gibt keine beweglichen Teile oder physischen Anschlüsse. Das System nutzt die Resonanzinduktion zwischen der Ladeplatte und dem Empfänger, um eine hohe Effizienz bei einer Vielzahl von Abständen zu erreichen – von tief liegenden Sportwagen bis zu SUV.

MechaniXnews – 17.06.2022

Rikscha geht auch elektrisch

Das deutsch-indische Start-up Nunam bringt im Frühjahr 2023 drei elektrische Rikschas auf Indiens Strassen. Sie werden mit gebrauchten Batterien aus Erprobungsfahrzeugen der E-tron-Testflotte von Audi angetrieben. Das Ziel des Projekts ist es, auszuloten, wie Module aus Hochvoltbatterien nach ihrem Einsatz im Auto weiterverwendet und zu einem alltagstauglichen Second-Life-Anwendungsfall werden. Gefördert wird das gemeinnützige Start-up mit Sitz in Berlin und Bangalore von der Audi-Umweltstiftung. Nunam hat die drei Prototypen in Zusammenarbeit mit dem Ausbildungs-Team des Standorts Neckarsulm entwickelt. Neben den für Indien vorgesehenen Rikschas wird von den Azubis am Standort Neckarsulm eine Showcar-Rikscha entwickelt, die ab dem 22. Juni in Berlin auf dem Greentech Festival zu bestaunen ist.

MechaniXnews – 15.06.2022

Die 4in1-E-Achse von Schaeffler

Schaeffler präsentiert gleich mehrere neue elektrische Achsantriebe. Bisher werden für diese sogenannten E-Achsen bis zu drei Antriebsteile in einer kompakten Einheit zusammengebracht. Mit der neuen 4in1-E-Achse geht der Hersteller nun einen Schritt weiter und integriert neben Elektromotor, Leistungselektronik und Getriebe auch das Thermomanagement in den Achsantrieb. Dieses sorgt auch dafür, dass ein Auto mit einer Akku-Ladung weiter fährt und schneller lädt. Solche hochintegrierten Gesamtsysteme seien sowohl für etablierte Automobilhersteller als auch für neue Player interessant, sagt Jochen Schröder, Leiter des Bereiches Elektromobilität bei Schaeffler. Ausserdem liesse sich damit die Entwicklungszeit verkürzen und Kosten für aufwendige Neuentwicklungen des ganzen Antriebs sparen.

MechaniXnews – 13.06.2022

Vom BEV zum FCEV in Rüsselsheim

Stellantis baut im neuen Hydrogen Center in Rüsselsheim batterieelektrische Vans in Brennstoffzellen-Elektromodelle um. Die emissionsfreien Leichttransporter sind als Citroën ë-Jumpy, Opel Vivaro-e oder Peugeot e-Partner zu haben – vorerst aber nur in Deutschland und Frankreich. Der Umbau vom BEV zum FCEV erfolgt mit 70 Mitarbeitern, geplant sind vorerst 1000 Fahrzeuge pro Jahr, ab 2024 mindestens 10'000. Für die Dimensionierung der Antriebskomponenten hat sich Stellantis für den Mittelweg zwischen BEV mit FC-Range-Extender und FCEV mit kleiner Batterie entschieden. Im Transporter sind ein 45-kW-Brennstoffzellenstapel und eine 10,5-kWh-Lithium-Ionen-Batterie mit dem aus diversen Konzern-Elektromodellen bekannten 100-kW-Permanentmagnet-Synchronmotor kombiniert. 4,4 kg H2 reichen für rund 400 km Fahrstrecke.

MechaniXnews – 10.06.2022

Bequemer Strom tanken

Rund 3100 Ladevorgänge registrierte Audi von Januar bis April am neuen Charging Hub in Nürnberg während der Pilotphase. Diese erste Schnellladestation mit sechs reservierbaren High-Power-Charging-Ladeplätzen ist mit einer rund 200 m2 grossen Lounge für EV-Nutzer kombiniert, die im urbanen Umfeld keine Möglichkeit haben, zu Hause zu laden. Der Hub bringt damit eine nachhaltige Schnellladeinfrastruktur über die Batteriespeicherlösung dorthin, wo das Stromnetz nicht ausreichen würde, um die sechs Ladepunkte mit bis zu 320 kW zu betreiben. Dank des 2,45-MWh-Zwischenspeichers benötigt der Standort in Nürnberg lediglich einen 200-kW-Anschluss an das Niederspannungsnetz, um die Speichermodule kontinuierlich zu füllen. In der zweiten Jahreshälfte eröffnet Audi auch in Zürich eine solche kompakte Ladestation.

MechaniXnews – 08.06.2022

Lichtlösung Breakthrough Lighting

Mit einer technischen Neuheit im Bereich Beleuchtung will Magna für Designer zusätzliche Möglichkeiten schaffen. Beim sogenannten Breakthrough Lighting bleibt die Beleuchtung bei Nichtbenutzung unter dem Lack verborgen. Dazu werden LED-Beleuchtungselemente auf thermoplastischen Oberflächen wie etwa Polycarbonat angebracht und dann lackiert. Mit dieser neuen Technik lassen sich gleichzeitig funktionale und dekorative Lichteffekte realisieren. Neben der Fahrzeugbeleuchtung können beispielsweise auch Logos und andere Styling-Merkmale sowie strukturierte Oberflächen damit gestaltet werden. Die Farbe der Beleuchtung ist nach Kundenwunsch programmierbar. Und durch die Weiterentwicklung von Materialien, Beschichtungen und Verarbeitungsprozessen lassen sich Beleuchtungseffekte auf verschiedenen Exterieur-Oberflächen erzielen.

MechaniXnews – 06.06.2022

Not macht erfinderisch

Derzeit erschweren verschiedenste Lieferprobleme die Autoproduktion. Aufgrund der kriegsbedingten Lieferengpässe musste Skoda die Produktion des Enyaq iV am 3. März für acht Wochen aussetzen. Um sich gegen die Unterbrechungen der Lieferkette besser abzusichern, hat Skoda die Kabelbaumproduktion daher nun teilweise aus der Ukraine nach Tschechien verlegt. Zudem haben die Tschechen für zusätzliche Kapazitäten in Marokko und anderen Ländern gesorgt. Dank der Fertigung an den Standorten Schytomyr in der Ukraine und Kenitra in Marokko soll der Bedarf an Kabelsträngen für die Produktion des Enyaq iV abgedeckt sein. Darüber hinaus plant Skoda, auch die Produktion von Hochspannungskabelbäumen zu duplizieren, die unter anderem für das Aufladen von Elektrofahrzeugen benötigt werden. Sie entstehen ab Ende Juni in Rumänien.

MechaniXnews – 03.06.2022

Power to Gas – für Haushalt und Fahrzeug

Gemeinsam mit acht Schweizer Energieversorgern und der Stadtwerke-Allianz Swisspower hat das Limmattaler Regiowerk Limeco nun ein Leuchtturmprojekt für die moderne Energiewirtschaft realisiert. In Dietikon liefern die bestehende Kehrichtverwertungsanlage und die Abwasserreinigungsanlage die für den Power-to-Gas-Prozess elementaren Zutaten Strom und Klärgas gleich vor Ort. Mit einer Elektrolyseleistung von 2,5 MW produziert die P-t-G-Anlage pro Jahr rund 18’000 MWh synthetisches, erneuerbares Gas. Damit können die Endkunden heizen, kochen oder auch CNG-Fahrzeuge tanken und somit CO2-neutral betreiben. Mit dem «grünen Gas» können jährlich bis zu 5000 t CO2 eingespart werden, was den Treibhausgasemissionen von etwa 2000 Haushalten entspricht.