MechaniXnews – 23.09.2022

Das Biest, auf Elektro getrimmt

Als Hommage an den legendŠren Renault 5 Turbo und den Nachfolger Turbo 2 erinnert Renault mit dem Showcar R5 Turbo 3E nun an die spektakulŠren R5-Derivate der frŸhen 1980er-Jahre. Die batteriebetriebene Neuinterpretation des ÇBodybuilding-R5È ist 4006 mm lang, 2020 mm breit, weist einen Radstand von 2540 mm auf und wird selbstverstŠndlich nur via HinterrŠder angetrieben. Da sind jedoch zwei Motoren am Werk, die zusammen fŸr ein Drehmomentmaximum von 700 Nm und eine Spitzenleistung von 280 kW sorgen. Trotz stattlichem Gewicht Ð das Auto wiegt 980 kg, der 42-kWh-Akku aber auch noch 520 kg Ð spurtet der Elektro-R5 aus dem Stand in 3,5 s auf Tempo 100 km/h. Nach der digitalen Premiere wird das von Videospielen inspirierte Showcar ab dem 17. Oktober auf dem Pariser Automobilsalon 2022 zu sehen sein.

MechaniXnews – 21.09.2022

Leichtere Hecktüren

Der Elektroantrieb des ID.Buzz ist zwar die auffälligste Innovation der jüngsten Transportergeneration von VW, doch es gibt weitere technische Premieren. Erstmals kommt nämlich eine besonders leichte Hecktüre zum Einbau. Die von Zulieferer Magna produzierte zweiteilige Schwenktüre aus einem faserverstärkten Thermoplastmaterial mit grösserem Recycling-Anteil wiegt nach Herstellerangaben 20 bis 30% weniger als ein Pendant aus Stahl. Damit hilft sie mit, das Fahrzeuggewicht zu senken und die Reichweite des elektrisch angetriebenen Autos zu erhöhen. Kosten liessen sich auch sparen, weil in der neuen Konstruktion der Heckspoiler direkt integriert werden konnte. Während der Cargo Schwenktüren besitzt, ist der Van mit einer einteiligen Klappe ausgestattet, die ebenfalls aus Kunststoff gefertigt ist.

MechaniXnews – 19.09.2022

Keyou und Voith präsentieren H2-Stadtbus

Das Engineering-Unternehmen Keyou und Getriebespezialist Voith haben einen Prototyp eines wasserstoffbetriebenen Stadtbusses entwickelt, der ab morgen auf der IAA Transportation in Hannover zu sehen ist. Das 12 m lange Fahrzeug ist mit einer einzigartigen Kombination aus Keyou-inside-Wasserstoffmotor und Voith-Diwa-NXT-Mildhybridsystem ausgestattet. Seit 2015 entwickelt Keyou H2-spezifische Technologien und Komponenten, mit deren Hilfe Dieselmotoren kosteneffizient zu emissionsfreien Wasserstoffmotoren transformiert werden können. Das Voith-Automatikgetriebe Diwa NXT für Busse ist als Mildhybridsystem konzipiert. Die zentrale Rekuperationseinheit gewinnt im Fahrbetrieb anfallende elektrische Energie zurück. Sie liefert eine Spitzenleistung von bis zu 35 kW bei 48 V.

MechaniXnews – 16.09.2022

Grossserienfertigung von Bipolarplatten

Um Brennstoffzellenantriebe in grossen Stückzahlen einzusetzen, soll eine zielgerichtete Industrialisierung die Kosten für die Komponenten und Subsysteme so wirtschaftlich wie möglich machen. Zulieferer Schaeffler will daher zusammen mit Symbio, einem Gemeinschaftsunternehmen von Faurecia und Michelin, ab Anfang 2024 Bipolarplatten in Grossserien herstellen. Dazu gründen die Partner das Joint Venture Innoplate. Die gemeinsame Produktion entsteht im französischen Haguenau, wo anfänglich vier Millionen Bipolarplatten pro Jahr entstehen werden. Bis 2030 sollen es jährlich rund 50 Millionen sein. Um die Grossserientauglichkeit der Bipolarplatten nachzuweisen, hat Schaeffler Anfang Jahr eine Pilotanlage für die Fertigung installiert.

MechaniXnews – 14.09.2022

Neues Kryotanksystem FC-LKW

Die Salzburger Aluminium Group (SAG) hat in Zusammenarbeit mit Daiumler Truck ein Kryotanksystem entwickelt, in dem der Wasserstoff im flüssigen Zustand gelagert werden kann. Flüssiger Wasserstoff benötigt weniger Füllvolumen und ermöglicht damit grössere Reichweiten. Das neu entwickelte LH2-Kryotanksystem wird derzeit in einem Brennstoffzellen-Prototyp des Mercedes-Benz GenH2 Truck getestet. Im doppelwandigen, vakuumisolierten Edelstahltank der SAG wird der Wasserstoff konstant auf –253 °C gekühlt. Ein spezielles, für extrem niedrige Temperaturen ausgelegtes Ventilsystem sichert die Versorgung der Brennstoffzelle mit Wasserstoff. Da im LKW-Verkehr mit gasförmigem H2 nur eine eher geringe Reichweite erzielt werden kann, setzen immer mehr OEM auf Flüssig-Wasserstoff. Das SAG-Tanksystem wird daher für den Weltmarkt entwickelt.

MechaniXnews – 12.09.2022

Kosten reduzieren mit Zellen im Rundformat

2025 startet BMW in eine neue Ära der Elektromobilität. Dann kommt erstmals eine neu entwickelte, runde Batteriezellen zum Einsatz. Mit ihr sollen sich die Energiedichte um mehr als 20% und die Ladegeschwindigkeit um bis zu 30% steigern lassen. Zudem könnten laut BMW die CO2-Emissionen in der Zellproduktion um bis zu 60% gesenkt werden. Die neuen Rundzellen haben einen Durchmesser von 46 mm und sind in verschiedenen Höhen zu haben. Wie heute allgemein üblich, werden kathodenseitig der Nickelgehalt erhöht und der Kobaltanteil reduziert. Anodenseitig wächst der Silizium- gegenüber dem Graphitanteil. Ende Jahr soll im neuen Kompetenzzentrum für Batteriezellfertigung die Produktion von Musterzellen starten.

MechaniXnews – 09.09.2022

Festkörperzellen machen Fortschritte

Der chinesische Batteriehersteller Svolt entwickelt eine Festkörperzelle mit sulfidbasiertem Elektrolyt. Sie gilt als nächster Schritt in der Batterieentwicklung. Die 20-Ah Lithium-Ionen-Zellen sollen eine Energiedichte von 350 bis 400 Wh/kg erreichen und damit Autos zu Reichweiten von mehr als 1000 km verhelfen. Vorteile gegenüber Zellen mit Flüssigelektrolyt haben die neuen Zellen in Bezug auf Energiedichte, Ladegeschwindigkeit, Sicherheit, Zyklenfestigkeit und Temperaturbeständigkeit. Demonstriert wurde die Qualität beispielsweise durch einen Nageldurchschlagtest. Was bei Flüssigelektrolytzellen zu einem thermischen Durchgehen führt, überstanden die neuen Zellen unbeschadet. Derzeit arbeitet Svolt noch an den Herausforderungen hohe Leitfähigkeit des Elektrolyten und Aufrechterhaltung eines stabilen Grenzflächenkontakts.

MechaniXnews – 07.09.2022

Am gefährlichsten ist die Ablenkung

In jüngster Vergangenheit haben sich Autos stark und schnell weiterentwickelt. Heutige Fahrzeuge sind zu Hightech-Geräten auf Rädern geworden, mit (zu) vielen Einstellmöglichkeiten. Um die Fahrzeugbedienung so ergonomisch und intuitiv wie möglich zu gestalten, haben die Hersteller neue Bedienkonzepte entwickelt. Entweder bündeln sie alle Bedienelemente auf einen zentralen Touchscreen oder sie verwenden einen Controller in der Mittelkonsole. Die Herausforderung für die Entwickler besteht darin, den Fahrer während der Fahrt so wenig wie möglich abzulenken. ADAC und TCS haben das Ablenkungsrisiko bei sechs Modellen untersucht. „Sehr empfehlenswert“ schnitten Mazda, BMW, VW und Dacia ab, als „empfehlenswert“ beurteilen die Clubs Mercedes und nur „bedingt empfehlenswert“ Tesla.

MechaniXnews – 05.09.2022

Gemeinsame Wasserstoff-Ökosysteme

Toyota entwickelt gemeinsam mit dem deutschen Systemanbieter GP Joule und dem Bus-Hersteller Caetano integrierte Wasserstofflösungen, um diese Antriebstechnik in verschiedenen Verkehrsträgern und Fahrzeugflotten einzusetzen. Lokale Wasserstoff-Ökosysteme für verschiedene Mobilitätsanwendungen sollen dabei die Defossilisierung des Verkehrs beschleunigen. Neben PKW, wo Toyota ja bereits den Mirai anbietet, liegt der Schwerpunkt zunächst auf Bussen und leichten Nutzfahrzeugen. Perspektivisch ist auch eine Ausweitung auf LKW denkbar. Mit der Zusammenarbeit der drei Unternehmen sollen sowohl das Wasserstoffangebot als auch die Fahrzeugnachfrage angekurbelt werden. Neben der entsprechenden Tankstellen-Infrastruktur sind auch integrierte Fahrzeugangebote für Kunden wie Taxi- und Flottenbetreiber sowie lokale Behörden wichtig.

MechaniXnews – 02.09.2022

Techniker denken, Politiker lenken

Bei der Vortragstagung des SSM (Studienforum Schweiz) und der SAE Switzerland im Campus Sursee ging es gestern um Energiesysteme für die Mobilität. Obwohl sich so renommierte Referenten wie Konstantinos Boulouchos von der ETH Zürich, Christian Bach von der Empa und Alexander Eisenkopf von der Zeppelin-Universität Friedrichshafen zu den brennenden Themen Defossilisierung der Energieträger und Umsetzung der Klimaziele äusserten, scheint eine schnell zielführende Lösung nicht absehbar. Ernüchternd ist die Tatsache, dass in den vergangenen Jahren die kritischen Emissionen sogar noch angestiegen sind. Unkoordinierte Einzelmassnahmen scheinen nicht mehr als Tropfen auf einen heissen Stein zu sein. Das Schonen der Energie- und Rohstoffressourcen, das Streben nach noch mehr Effizienz auf allen Gebieten und das Reduzieren der CO2-Emissionen ist trotzdem Gebot.