MechaniXnews – 15.02.2021

AVL entwickelt einen Wasserstoff-Verbrennungsmotor

Das österreichische Engineering-Unternehmen AVL entwickelt den Wasserstoff-Verbrennungsmotor für den Einsatz in Lastwagen weiter. Damit treibt AVL das europäische Ziel voran, bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent zu werden. Das Unternehmen verwendet einen 12,8-l-Erdgasmotor als Basis und hat das Leistungsziel auf 350 kW festgelegt. Mit der Entwicklung des H2-Motors wird eine deutliche Reduzierung der CO2-Emissionen angestrebt. Für den Schwerlast- und Langstreckentransport sind spezifische Lösungen gefragt, die eine schnelle Betankung von kohlenstoffneutralen Energieträgern zur Unterstützung der Arbeitszyklen von LKW und Bussen ermöglichen. AVL hält die Herstellung von H2 durch Elektrolyse für den einfachsten und effizientesten Weg, erneuerbare elektrische Energie chemisch zu speichern. 

MechaniXnews – 12.02.2021

Wasserstoff aus Methanol

Der amerikanische Autohersteller Karma Automotive – früher Fisker, jetzt zum chinesischen Wanxiang-Konzern gehörend – arbeitet zusammen mit Blue World Technologies an einem Brennstoffzellenantriebssystem. Der neue Fuel-Cell-Antrieb, der in den nächsten Monaten in Dänemark und in den USA erprobt wird, bezieht den Wasserstoff nicht aus einem 700-bar-Drucktank, sondern via Reformer aus Methanol. Das hat den Vorteil, dass die Betankung noch einfacher ist, aber den kleinen Nachteil, dass beim Betrieb geringe Mengen an CO2 anfallen. Allerdings plant man ja, Methanol aus erneuerbaren Energieträgern zu erzeugen. Ein ähnliches Antriebssystem ist auch im schnellen Zweisitzer Nathalie von Gumpert installiert.

MechaniXnews – 10.02.2021

Elektroantrieb mit Leistungsdrang

Auch Elektroautofahrer werden von den Autobauern besonders gerne auf Hochleistungsniveau abgeholt. Also richtet man auch bei Audi mit grosser Kelle an: In den neuen Modellen E-tron GT und RS E-tron GT, die gestern Abend über digitale Kanäle Weltpremiere feierten, liefert der Hersteller der Kundschaft jede Menge aktuellste Fahrzeugtechnik: 630 Nm und 350 oder 440 kW von zwei Synchronmotoren beim E-tron GT, 830 Nm und 440 kW beim RS E-tron GT, Allradantrieb mit Torque-Vectoring-Regelung an der Hinterachse, Gewichtsverteilung 50:50, Allradlenkung, Dreikammer-Luftfederung mit adaptiven Dämpfung, Luftwiderstandsbeiwert cW 0,24 und auf Wunsch mit Carbon-Dach. Die 93-kWh-Batterie ist gut für 430 bis 487 km WLTP-Reichweite. Die 800-V-Technik erlaubt schnelles DC-Laden mit bis zu 270 kW. Erste Auslieferungen sind für Mai geplant.

MechaniXnews – 08.02.2021

Mazda in der eFuel Alliance

Die im Sommer 2020 gegründete eFuel Alliance bringt Organisationen und interessierte Parteien zusammen, die CO2-neutrale synthetische Treibstoffe und Wasserstoff zur Emissionsminderung im Verkehrswesen fördern möchten. Als erster Autokonzern ist Mazda dieser Allianz beigetreten. Tragende Säulen dieses Ansatzes sind die Effizienzverbesserungen von Verbrennungsmotoren sowie die Elektrifizierung. Für Mazda werden die Investitionen in CO2-neutrale eFuels und eine Wasserstoff-Infrastruktur einen wirksamen Beitrag zur Emissionsreduzierung leisten – nicht nur für neu zugelassene Autos, sondern auch für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor im Bestand. Dies würde einen zweiten und schnelleren Weg zur Erreichung der Klimaneutralität im Verkehr eröffnen, zusammen mit der Elektrifizierung. 

MechaniXnews – 05.02.2021

Elektrischer Heizkatalysator

Mit der neuen Emissionsnorm Euro 7 dürften signifikante Verringerungen der Abgasgrenzwerte für HC, CO und NOx verbunden sein. Der Thermomanagement- und Abgasspezialist Eberspächer begegnet der zu erwartenden Veränderung mit der Produktfamilie Active Heating. In einem ersten Schritt schöpfen die Techniker das Potenzial zur Emissionsreduzierung in der Kaltstartphase aus. Als erstes Serienprodukt stellt Eberspächer den EHC Lamella Heater, einen mit 48 V betriebenen elektrischen Heizkatalysator vor. Dieser leite den Abgasstrom am Einlass der Abgasanlage über vorgeheizte Lamellen. So bringt er den Katalysator und den Abgasstrom im Abgasreinigungssystem schneller auf Temperatur. Eine zusätzliche Control Unit startet, steuert und überwacht den Heizvorgang.

MechaniXnews – 03.02.2021

BMW mit Grünstrom-Alu

Um die CO2-Emissionen zielkonform bis 2030 um 20% zu senken, bezieht BMW ab sofort Primäraluminium von Emirates Global Aluminium (EGA), für dessen Herstellung Strom aus Sonnenenergie eingesetzt wird. Den Strom bezieht EGA aus dem Solarpark Mohammed Bin Rashid Al Maktoum in der Nähe von Dubai. Da die Herstellung von Aluminium sehr energieintensiv ist, hat der Einsatz von Grünstrom viel Potenzial zur Reduktion der CO2-Emissionen. So wollen die Bayern in den nächsten zehn Jahren rund 2,5 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Das mit Solarenergie hergestellte Alu wird in der Leichtmetallgiesserei des Werks Landshut zu Karosserie- und Antriebskomponenten verarbeitet. Mit 43‘000 Tonnen deckt der Bezug des Solar-Aluminiums nahezu die Hälfte des jährlichen Bedarfs im Werk Landshut ab.

MechaniXnews – 01.02.2021

Auch beim Bremsen staubt‘s

Seit Partikelfilter vorgeschrieben sind, stossen Verbrennungsmotoren kaum noch Feinstaub aus. Daher geraten Bremsen- und Reifenabrieb immer mehr in den Fokus. Empa-Forscher entwickeln daher nun ein Verfahren, mit dem sich Menge und Grösse der Bremsstaubpartikeln korrekt erfassen lassen. Im Empa-Motorenhaus erzeugt ein VW Jetta Hybrid auf dem Rollenprüfstand Bremsstaub – streng entlang dem normierten WLTP-Fahrzyklus. Die Partikeln müssen zunächst eingefangen und dann durch einen Trichter zum Messgerät geleitet werden. Dazu wurde die Bremse des rechten Vorderrads mit einem speziell konstruierten Metallgehäuse umhüllt. Da Hybridautos auch mit der Elektromaschine bremsen können, müssen die Empa-Techniker die Emissionswerte auch mit denen von konventionell angetriebenen Autos vergleichen.

MechaniXnews – 29.01.2021

Leichtbau für Elektromodelle

Jaguar Land Rover macht im Rahmen des Forschungsprojekts Tucana den nächsten Schritt bei der Entwicklung neuer Elektrofahrzeuge. Durch den Einsatz leichter Verbundmaterialien wie Kohle- und Glasfasern sollen neben einer erhöhten Reichweite auch weiter verbesserte Fahrdynamikeigenschaften erreicht werden. Der gezielte Austausch von Aluminium und Stahl durch Verbundwerkstoffe senkt das Gewicht pro Fahrzeug um im Schnitt 35 kg. Parallel dazu erhöht sich durch den Einsatz von Kohlefasern die Verwindungsfestigkeit um 30%. Diese Diät erlaubt den Einbau grösserer Batterien mit höherer Reichweite – ohne steigende CO2-Emissionen. JLR erwartet, schon 2022 erste Tucana-Prototypen zu Erprobungsfahrten auf die Strasse schicken zu können.

MechaniXnews – 27.01.2021

Zulieferer Schaeffler als E-Spezialist

Zulieferer Schaeffler hat sich bisher vor allem durch sein Know-how auf Komponenten- und Systemebene in der Elektromobilität ausgezeichnet. Nach dem Zukauf von Compact Daynamics und Elmotec-Statomat und der damit erworbenen Kompetenz in der Wicklungstechnik kann das Unternehmen nun die gesamte Industrialisierung von E-Motoren lückenlos abdecken. In diesem Jahr startet bei Schaeffler die Serienproduktion von Elektromotoren für Hybridmodule, Hybridgetriebe und rein elektrische Achsantriebe. Neben verschiedenen Serienaufträgen für E-Motoren im PKW-Bereich konnte jetzt ein weiterer wichtiger Meilenstein erreicht werden. Schaeffler betritt auch das Marktsegment für Heavy-Duty-Anwendungen im LKW-Bereich. Ab 2024 erfolgt die Lieferung einer gesamten Antriebseinheit mit zwei E-Motoren und ins Getriebe integrierter Leistungselektronik.

MechaniXnews – 25.01.2021

Energieaufwand für elektrische Verbraucher

Auf das Heizen der Sitze, des Lenkrads und der Aussenspiegel im Winter hat man sich gewöhnt und möchte nicht mehr darauf verzichten. Der ADAC hat nun den Energieverbrauch dieser Komponenten ermittelt und in Kosten umgerechnet. Als Vergleichsgrösse diente dabei der Verbrauch von Standardfunktionen wie Scheinwerfer, Frontscheibenheizung, Radio und Zigarettenanzünder. Die Faustformel lautet: 100 W Leistung, die der Generator zusätzlich liefern muss, führen zu einem Mehrverbrauch von 0,1 l/100 km bzw. 0,1 kWh/100 km. Sind also die Heizaggregate für Frontscheibe (800 W), Sitz (100 W), Lenkrad (50 W) und Aussenspiegel (40 W) aktiv und gleichzeitig das Smartphone am Laden (10 W), verteuert sich eine 400-km-Fahrt für Benziner um fast 6 Euro bzw. für Elektroautos um rund 1,25 Euro.