MechaniXnews – 09.04.2021

Benziner mit Dieselqualitäten und E-Unterstützung

Während sich viele Autohersteller so schnell wie möglich vom Verbrennungsmotor verabschieden wollen, setzt Mazda nach wie vor auf eine differenziertere Strategie: So werden auch in Zukunft Elektroautos und Hybride gebaut. Der Mager-Benziner Skyactiv-X mit Kompressionszündung wurde weiter optimiert und heisst nun e-Skyactiv-X. Er erhält eine neue Einlassnockenwelle, neue Kolben und ein von 16,3:1 auf 15:1 reduziertes Verdichtungsverhältnis sowie elektrische Unterstützung von einem riemengetriebenen Starter-Generator mit maximal 4,8 kW und 60 Nm. Die Maximalleistung steigt damit von 132 auf 137 kW, das Höchstdrehmoment um 224 auf 240 Nm. Zugleich soll der 100-km-Verbrauch um bis zu 0,5 l sinken – was bei den CO2-Emissionen bis zu 12 g/km ausmacht.

MechaniXnews – 07.04.2021

Brennstoffzellen im Plug-in-Hybrid

Mit der Kombination aus Brennstoffzelle und batterieelektrischem Plug-in-Antrieb will Stellantis einen lokal emissionsfreien Antrieb für die verschiedenen Konzern-Vans auf die Strasse bringen. Ein 45-kW-Brennstoffzellen-Stack, eine 10,5-kWh-Lithium-Ionen-Batterie und ein 100-kW-Elektromotor sollen in den Transportern für gute Fahrleistungen und dank 4,4 kg Wasserstoff in den unterflur platzierten 700-bar-Tanks für eine Reichweite von 400 km sorgen. Die Nutzlast der Fuel-Cell-Hybridmodelle Citroen Jumpy, Opel Vivaro und Peugeot Expert beträgt 1110 kg, die Anhängelast 1000 kg. Entwicklungspartner für die Stellantis-Techniker war Zulieferer Faurecia.

MechaniXnews – 05.04.2021

Nachhaltiger und preisgünstiger Hybridantrieb

Das Engineering-Unternehmen Obrist Powertrain aus dem österreichischen Lustenau hat einen seriellen Hybridantrieb für preisgünstige Mittelklasseautos entwickelt. Der sogenannte Hyper Hybrid besteht aus einer 14-kWh-Batterie, einem 120-kW-Elektromotor und einem vibrationsfreien 1-l-Zweizylinder-Verbrennungsmotörchen, das Strom erzeugt. Derzeit läuft es noch mit 95er-Benzin, wird aber auf den Betrieb mit synthetisch erzeugtem Methanol angepasst. Der bei Obrist als e-Methanol bezeichnete Treibstoff wird im Verbrenner mit hohem Wirkungsgrad sowie CO2-neutral und praktisch ohne Schadstoffemissionen verarbeitet. Ein derart angetriebenes Mittelklasseauto soll sich später weltweit zu günstigen Preisen anbieten lassen. Derzeitiger Versuchsträger ist ein Tesla Model 3. 

MechaniXnews – 01.04.2021

Ab heute gilt: 1 kW = 1 PS

Seit 1978 heissen die Einheiten des Drehmomentes und der Leistung im international gültigen Einheitensystem Newtonmeter (Nm) und Kilowatt (kW). Die Umstellung von mkp (Meterkilopond) auf Nm erfolgte damals schnell, denn die neuen Werte sind fast zehnmal höher. Anders bei der Leistungsangabe: Die kW-Werte sind betragsmässig niedriger als die PS-Zahlen. Also wollten die PR-Abteilungen der Autobauer keine Umstellung. Weil die Einheit PS aber für Elektromotoren ganz und gar nicht passt, soll sich dies nun ändern. Beraten von einer aus Elektrotechnikern und Veterinären bestehenden Taskforce hat der Bundesrat beschlossen, bei der Leistungsangabe ab sofort Parität einzuführen: 1 kW = 1 PS. Damit gibt es für Nostalgiker und Werbefuzzis keinen guten Grund mehr, die richtige Einheit weiterhin zu ignorieren.

MechaniXnews – 31.03.2021

Die Sonne soll es richten

Immer neue Formen alternativer Antriebssystem tauchen auf: Das kalifornische Jungunternehmen Humble Motors entwickelt ein SUV mit Solar-Power. 20 bis 100 km zusätzliche Reichweite soll das Elektroauto dank der über das Fahrzeug gespannten 7,5 m2 Solarzellen erreichen. Das aerodynamisch optimierte Leichtbaumodell Humble One ist laut Entwickler mit einem 760-kW-Antrieb ausgestattet, mit dem sich insgesamt bis zu 800 km zurücklegen lassen. Hauptsächlich setzt Humble Motors noch auf einen grossen Akku und bestehende Ladetechnik. Der Produktionsstart für den Humble One ist für 2024 geplant. Auch der Elektroautobauer Sono Motors verspricht für den Minivan Sion mit in die Karosserie integrierten Solarzellen mehr als 30 km Zusatzreichweite.

MechaniXnews – 29.03.2021

200'000 Bentleys seit 1919

Einem Bentayga Hybrid fällt die Ehre zu: Er ist das 200’000ste Exemplar aus der mehr als 101-jährigen Fahrzeugproduktion von Bentley. Auf dem Bild ist das schnelle SUV zusammen mit dem ältesten existierenden Bentley, einem EXP 2, festgehalten. Seit 2015 bauten die Engländer bereits 25'000 Bentaygas. 75% aller je im Werk Crewe gebauten Bentleys entstanden in den letzten 18 Jahren; die heutigen Bestseller sind der Continental GT und der Bentayga. Täglich werden derzeit 85 Autos gefertigt – gleich viel wie vor zwanzig Jahren in einem ganzen Monat. Bis 2026 sollen nur noch PHEV und BEV gebaut werden, und 2030 will das Unternehmen mit ausschliesslich elektrisch angetriebenen Modellen durchgehend CO2-neutral sein.

MechaniXnews – 26.03.2021

Shuttle-Fahren ohne Fahrer

Der deutsche Zulieferer Continental will während der Gartenschau auf der Insel Lindau vom 20. Mai bis zum 26. September für Besucher einen kostenlosen Shuttle-Service mit einem fahrerlos fahrenden Kleinbus betreiben. Eingesetzt wird ein Fahrzeug des Typs EZ10 von Easy-Mile, das zeitweise im Pendelbetrieb auf der Insel Lindau fährt. Continental ist an dem 2014 gegründeten Unternehmen beteiligt und verwendet modifizierte EZ10-Fahrzeuge weltweit als Entwicklungsplattform CUBE, der sogenannten Continental Urban Mobility Experience, für autonomes Fahren. Die Fahrzeuge von Easy-Mile sind bereits in mehr als 30 Ländern weltweit im Einsatz, meistens um die sogenannte Problematik „erste und letzte Meile“ zu lösen.

MechaniXnews – 24.03.2021

Eisraser mit Tempo 298 km/h

Lamborghini hat mit dem Urus zum ersten Mal an den Days of Speed am zugefrorenen Baikalsee teilgenommen und dort mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 114 km/h einen neuen 1000-Meter-Rekord nach Start aus dem Stand aufgestellt. Der vom russischen Piloten Andrey Leontyev gelenkte Urus erreichte während seines Rekordsprints eine Höchstgeschwindigkeit von 298 km/h – trotz der deutlichen Erwärmung der Eisschicht auf dem tiefsten See der Welt. Im Training soll sogar eine Höchstgeschwindigkeit von 302 km/h erreicht worden sein. Über den Bremsweg nach der Rekordfahrt ist dagegen nichts zu erfahren … Der Urus verfügt über einen 4-l-Biturbo-V8 mit 650 PS bei 6000/min. Damit beschleunigt er von 0 auf 100 km/h in 3,6 s – allerdings nicht auf Eis.

MechaniXnews – 22.03.2021

Aus alt mach neu

Mit dem Aufschwung der Elektroantriebstechnik kommen auch immer mehr unkonventionelle Ideen aufs Tapet. Von der englischen Watt Electric Vehicle Company (WEVC) beispielsweise stammt ein auf puristische Sportlichkeit getrimmter «Elektro-356er». Unter der vom legendären Porsche der 50er-Jahre inspirierten Kunststoffkarosserie steckt ein 120-kW-Elektroantrieb mit Hinterradantrieb und 40-kWh-Batterie, die für WLTP-Reichweiten um 370 km sorgt. Das WEVC-Coupé wiegt weniger als 1000 kg, die exakt 50:50 auf beide Achsen verteilt sind. Es soll in rund 5 s aus dem Stand auf Tempo 100 km/h beschleunigen können. Erste Auslieferungen des in St Columb Major, Cornwall, gefertigten Zweisitzers sind für Frühjahr 2022 geplant.

MechaniXnews – 19.03.2021

Gemeinsam Batterien rezyklieren

Der weltweite Bestand von Elektrofahrzeugen wird von zehn Millionen im Jahr 2020 auf voraussichtlich mehr als 100 Millionen im Jahr 2030 steigen. Deshalb ist die Sicherstellung eines stabilen Zugangs zu Batterierohstoffen wie Kobalt, Nickel und Lithium eine strategische Herausforderung. Die Renault-Gruppe wird bei der Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft für Metalle aus ausgedienten Batterien von Elektrofahrzeugen künftig mit dem Recycling-Spezialisten Veolia und dem Chemiekonzern Solvay zusammenarbeiten. Die Unternehmen wollen ihr spezifisches Know-how bei allen Prozessschritten nutzen und bestehende mechanische und metallurgische Recycling-Verfahren verbessern. Eine Pilotanlage hierfür ist in Frankreich bereits in Bau.