MechaniXnews – 03.12.2021

Feststoffbatterien mit US-Partner

Mercedes-Benz und Factorial Energy aus Massachusetts, USA, haben eine Technologiekooperation vereinbart. Ziel der Partnerschaft ist die gemeinsame Entwicklung von Batteriesystemen – von der Zelle bis zur Integration ins Fahrzeug. Bereits im kommenden Jahr sollen erste Zellen-Prototypen erprobt werden. Aus heutiger Sicht zählen Feststoffbatterien zu den vielversprechendsten Lösungen im Bereich der E-Mobilität. Festelektrolyte ermöglichen neben kürzeren Ladezeiten eine optimierte Sicherheit sowie die Verwendung neuer Anodenarten, zum Beispiel Lithium-Metall-Systeme. Diese bieten im Vergleich zu heutigen Lithium-Ionen-Batteriezellen eine fast verdoppelte Energiedichte und versprechen dadurch eine deutliche Erhöhung der Reichweiten.

MechaniXnews – 01.12.2021

Laden geht immer schneller

Forscher des englischen Startup Nyobolt und der Universität Cambridge berichten von einer Techniklösung, die das ultraschnelle Laden von Elektroautos ermöglichen soll. Dazu wird anstelle von Graphit oder Silizium in der Anode Niobwolframoxid (NWO) verwendet. Die Kathode besteht aus Lithium-Eisenphosphat oder Lithium-Nickel-Mangan-Kobalt-Oxid. Mit der NWO-Anode weisen die Akkus ähnliche Speicherkapazitäten auf wie solche mit Graphit-Anode. Aber das Laden soll sehr viel schneller gehen: Erste Prototypen des Akkus haben sich laut Angaben der Entwickler in weniger als fünf Minuten von 20% auf mehr als 90% aufladen lassen. Die Wärmeentwicklung sei dabei deutlich niedriger als bei herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus. Diese Ergebnisse basieren auf gut zehn Jahren Forschungsarbeit des Entwickler-Teams.

MechaniXnews – 29.11.2021

Infos direkt auf der Strasse

Das Schweizer Unternehmen Way-Ray stellt mit dem Holograktor das weltweit erste Auto mit holografischer Augmented-Reality-Verglasung vor. Nach sieben Jahren Forschung hat Way-Ray durch seine Pionierarbeit mit Lasern, Windschutzscheibenbeschichtungen und neuen Materialien den Durchbruch zur Produktionsreife nun geschafft: Sein holografisches Deep Reality Head-up-Display kann in jedes Fahrzeug integriert werden. Das Deep Reality Display projiziert nicht wie herkömmliche HUDs ein virtuelles Bild auf einen kleinen Teil der Windschutzscheibenoberfläche, sondern es integriert die dahinter liegenden Interface-Elemente mit hoher Farbsättigung. Die Passagiere sehen, wie die virtuelle und die tatsächliche Realität nahtlos ineinander übergehen.


MechaniXnews – 26.11.2021

Valeo mit neuer Lidar-Generation

Der grosse französische Zulieferer Valeo hat die dritte Generation des scannenden Lidar-Sensors vorgestellt, die 2024 auf den Markt kommen soll. Die technische Basis übernimmt die Neuauflage von den Vorgängern. Der Sensor rekonstruiert ein 3-D-Echtzeitbild der Fahrzeugumgebung mit 4,5 Millionen Pixeln und 25 Bildern pro Sekunde. Im Vergleich zur vorherigen Generation wurde die Auflösung um das 12-Fache, die Reichweite um das 3-Fache und der Blickwinkel um das 2,5-Fache vergrössert. Aufgrund seiner enormen Wahrnehmungsfähigkeit soll der Lidar Dinge erkennen, die weder das menschliche Auge noch eine Kamera oder ein Radar erfassen können. Das bedeutet, dass das Fahren in vielen Situationen an das Fahrzeug delegiert werden kann – einschliesslich Autobahnfahrten bis 130 km/h.

MechaniXnews – 24.11.2021

H2-Tankkomponenten von Bosch und Saleri

Der Bedarf an wasserstoffbasierten Antrieben wird in den kommenden Jahren bei Nutzfahrzeugen steigen. Zulieferer Bosch geht davon aus, dass 2030 rund jedes achte neu zugelassene Nutzfahrzeug weltweit eine Brennstoffzelle an Bord haben wird. Mit einer neu vereinbarten Kooperation wollen Bosch und der italienische Spezialist OMB Saleri ihre Marktpositionen im H2-Bereich ausbauen. Die Zusammenarbeit umfasst eine Entwicklungsvereinbarung für mehrere Produkte zu Wasserstoff-Speicherlösungen in den Druckstufen 350 bar und 700 bar. Gemeinsame Simultaneous-Engineering-Teams entwickeln die vorhandenen Erzeugnisse jetzt weiter und optimieren sie für die Grossserienproduktion. Das Ziel ist, Komponenten für Wasserstoff-Tanklösungen dank grosser Stückzahlen zu wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten.

MechaniXnews – 22.11.2021

Hightech-E-Motoren für Mercedes

Die strategische Ausrichtung von Mercedes sieht vor, bis 2030 vollelektrisch zu werden, wo es die Marktbedingungen zulassen. Mit der Transformation des Standorts Berlin-Marienfelde erreicht der Autobauer einen Meilenstein in der Digitalisierung und Elektrifizierung. Der umgebaute Standort erweitert sein Elektro-Portfolio nun mit der Montage von High-Performance-Elektromotoren. Dazu hatte Mercedes im Sommer dieses Jahres die Übernahme des britischen Elektromotorenunternehmens Yasa angekündigt. Damit sichern sich die Stuttgarter den Zugang zu Know-how im Bereich der Axialfluss-Elektromotoren und erhöhen die eigene Wertschöpfung bei Entwicklung und Produktion. Der extrem schmale Axialflussmotor P400 R von Yasa soll eine Spitzenleistung von 160 kW und ein Maximaldrehmoment von 370 Nm liefern.

MechaniXnews – 19.11.2021

Software bestimmt den Charakter des Fahrzeugs

Mit der Strategie Accellerate treibt VW die Weiterentwicklung zum software-orientierten Mobilitätsanbieter voran. Software ist der entscheidende Faktor bei der Weiterentwicklung der Fahrwerks- und Lenksysteme für das hochautomatisierte Fahren. Aktuell werden die nächste Generation eines geregelten Fahrwerks sowie ein neues Steer-by-Wire-Lenksystem entwickelt. Nick- und Wankbewegungen der Karosserie werden minimiert und dadurch die Fahrdynamik optimiert. Bei der Lenkung ergeben sich durch die zunehmend wichtigere Rolle der Software wesentlich mehr Möglichkeiten, die Handling-Eigenschaften zu beeinflussen. Und schliesslich profitieren auch die Fahrerassistenzsysteme – beispielsweise der Lane Assist oder der Travel Assist – von neuen Lenksystemen.

MechaniXnews – 17.11.2021

Klimaneutralität – alternativ gesehen

Um den CO2-Ausstoss im Verkehrssektor zu mindern, reicht die Elektrifizierung alleine nicht aus. Toyota arbeitet deshalb mit Kawasaki und Yamaha sowie Mazda und Subaru an Alternativen für klassische Verbrennungsmotoren, also an synthetischen Treibstoffen. Wie Mazda wollen auch Toyota und Subaru 2022 mit Fahrzeugen in der japanischen Rennserie Super Taikyu starten, wo aus Biomasse gewonnene Treibstoff genutzt werden. Daneben könnten auch Wasserstoffmotoren eine Möglichkeit sein. Toyota hat ein solches Triebwerk bereits im Rahmen des 24-Stunden-Rennens von Fuji erfolgreich getestet. Da im Motorsport eine schnelle Betankung entscheidend ist, hat Toyota den Pumpendruck erhöht und kann Autos nun in weniger als zwei Minuten mit Wasserstoff befüllen. Derzeit prüfen Kawasaki und Yamaha den Einsatz eines Wasserstoffmotors in Motorrädern.

MechaniXnews – 15.11.2021

Extrem präzise navigieren

Mit der globalen Adressierungstechnik von What3words kann man mit nur drei Worten präzise zu jedem Ort navigieren. Ab Mitte 2022 wird die Produktpalette des Lamborghini Huracán die erste sein, die What3words serienmässig integriert. Diese neue Ortungstechnik verändert die Art und Weise, wie man an die Adressierung herangeht. Der Globus wurde dazu in 57 Billionen Quadrate mit einer Seitenlänge von je zehn Fuss – also rund 3,05 m – unterteilt und jedem davon eine einzigartige Kombination aus drei Worten zugeordnet: die What3words-Adresse. Fahrer können beispielsweise ///usual.trying.highs eingeben und gelangen dann zum Drei-Meter-Quadrat in San Francisco, das den besten Ausblick auf die Golden Gate Bridge bietet. Wählt der Fahrer ///spielfigur.befindlichen.vortrag, findet er den Hauseingang des Verfassers dieses Textes.

MechaniXnews – 12.11.2021

Brennstoffzellenprojekt Hy-Fleet gestartet

ZF beteiligt sich gemeinsam mit Freudenberg, Flixbus und Atmosfair an einem neuen Projekt zur Brennstoffzellentechnologie. Ziel des Projekts Hy-Fleet ist die Auslegung und Erprobung eines rein elektrisch angetriebenen Reisebusses. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt und soll wichtige Erkenntnisse für den optimalen Einsatz von Brennstoffzellen in Reisebussen ermitteln. Die Studie soll helfen, FC-Antriebe für schwere Nutzfahrzeuge zu optimieren. Konkret geht es um die jeweilige Dimensionierung von Batterie und Brennstoffzelle, um das Kühlkonzept des Systems und um die im Betrieb zu berücksichtigenden Belastungsspitzen für das Antriebssystem. Neben dem Hy-Fleet-Projekt untersuchen ZF und Freudenberg gemeinsam weitere Anwendungen zur Entwicklung von Brennstoffzellenlösungen im Mobilitätssektor.