MechaniXnews – 08.08.2022

Neues Steer-by-wire-System von ZF

Mit der Präsentation des ersten Steer-by-wire-Systems für Personenwagen im Rahmen einer globalen Technologieveranstaltung hat ZF sein umfassendes By-wire-Programm komplettiert. «Die vollelektrische Lenkung von ZF repräsentiert den neuesten Stand der By-wire-Technologie», sagte Wolf-Henning Scheider, Vorstandsvorsitzender von ZF. Steer-by-wire überträgt die Fahrbefehle vollständig über elektrische Signale an das Lenksystem und ersetzt die mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Vorderachse. Es ist zu erwarten, dass die By-wire-Technologie in Zukunft eine immer wichtigere Rolle in allen Aspekten der Fahrzeugbewegungssteuerung spielen wird. Um die Technik zukunftssicher zu machen, kann die neuste Software für die By-wire-Aktoren jederzeit drahtlos (over the air) aktualisiert werden.

MechaniXnews – 05.08.2022

Hyundai bringt H2-LKW auch nach Deutschland

Nach dem Start in der Schweiz liefert Hyundai den Wasserstoff-Brennstoffzellen-Lastwagen XCient Fuel Cell nun auch nach Deutschland in den grössten Nutzfahrzeugmarkt Europas. Sieben deutsche Unternehmen setzen 27 Fahrzeuge ein. Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) fördert den Einsatz dieser umweltfreundlichen schweren Nutzfahrzeuge. Die Fördermittel stehen für Batterie-, Brennstoffzellen- und Oberleitungs-Hybrid-Elektrofahrzeuge zur Verfügung. Der Hyundai-FC-LKW ist mit einem 180-kW-Brennstoffzellensystem mit zwei 90-kW-Brennstoffzellenstapeln ausgestattet. Der 350-kW-Elektromotor mit einem maximalen Drehmoment von 2237 Nm ermöglicht kraftvolle Fahrleistungen auch an Steigungen. Mit insgesamt 31 kg H2 erreicht das Fahrzeug eine Reichweite von rund 400 Kilometern.

MechaniXnews – 03.08.2022

Beim Lenken helfen alle mit

Die von Renault im Jahr 2007 eingeführte Vierradlenkung kommt jetzt in der dritten Generation in optimierter Ausführung im Modell Austral wieder zum Einsatz. Das neue System 4-Control Advanced soll hohen Komfort und grosse Lenkpräzision mit ausgeprägter Agilität und Fahrdynamik kombinieren. Bei Geschwindigkeiten von mehr als 50 km/h lenken die Hinterräder um bis zu 1° in gleiche Richtung wie die Vorderräder ein. Ermöglicht wird dies durch einen Lenkungsaktor an der Hinterachse, der die von der Servolenkung, dem Motor und dem elektronischen Stabilitätsprogramm kommenden Impulse umsetzt. Um den niedrigen Wendekreisdurchmesser bon 10,1 m zu erreichen, lenkt das System die Hinterräder um bis zu 5° in die entgegengesetzte Richtung der Vorderräder ein.

MechaniXnews – 01.08.2022

E-Tempo wird erhöht

Schneller als erwartet nimmt die Elektrifizierung des Autoantriebs Fahrt auf. Schon im Jahr 2030 sollen einer neuen englischen Studie zufolge in Europa rund 55% der Neufahrzeuge mit Elektroantrieb fahren, und bis 2035 dürften es mehr als 90% sein. Die grosse Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien wird derzeit noch vor allem von Herstellern aus China, Japan und Südkorea abgedeckt, doch rüsten bei der Fertigung von Batterien – von der Zellenchemie bis zum Thermomanagement – auch Europa und die USA nach. Viele neu gegründete Start-Ups, aber auch traditionelle Autohersteller investieren im grossen Rahmen. General Motors beispielsweise ist daran, zusammen mit EVgo im Projekt Ultium Charge 360 mit 2000 Ladestationen an 500 Standorten in den USA ein durchgehendes Ost-West-Netz aufzubauen.

MechaniXnews – 29.07.2022

Bodensanierung im Technologiepark

Der IN-Campus, den Audi und die Stadt Ingolstadt aufbauen, ist sowohl Raffineriestandort wie auch nachhaltiger Technologiepark. Nach der nun abgeschlossenen Bodensanierung entsteht auf einer Fläche von 60 Hektar ein modernes Quartier für Hightech aus den verschiedensten Bereichen von der Fahrzeugsicherheit bis zur intelligenten Vernetzung. Zum Energiekonzept gehören erneuerbare Energien, Abwärmenutzung und Wärmespeicher. 15 Hektar werden zum Natur- und Landschaftsraum. Wesentlich ist, dass für den neuen Technologiepark keine neuen Flächen versiegelt werden mussten, sondern der Bestandsraum saniert und wiederbelebt wurde. Um die nahen Donauauen zu schützen, wurde und wird belastetes Grundwasser über zehn Brunnen hochgepumpt und gereinigt.

MechaniXnews – 27.07.2022

Digital zum perfekten Mix

Durch immer mehr elektronische Regelungsfunktionen, neue Fahrerassistenzsysteme und automatisierte Fahrfunktionen, aber auch durch die weiter fortschreitende Systemvernetzung nimmt der Applikations- und Absicherungsaufwand im Fahrwerk weiter zu. Um Entwicklungsprojekte mit höherer Effizienz umzusetzen, etabliert Porsche Engineering neue automatisierte und digitale Entwicklungsmethoden. Eine modellprädiktive Regelung ermöglicht automatisierte Testläufe, und Simulationen ersetzen zunehmend die realen Fahrversuche. Die virtuelle Applikation und Absicherung von Assistenzsystemen verringert den Entwicklungsaufwand. Der Vorteil automatisierter Fahrtests zeigt sich auch bei den Dauerlaufuntersuchungen, bei denen die Testfahrer permanent hohen physischen Belastungen ausgesetzt sind.

MechaniXnews – 25.07.2022

Umweltfreundlich mit regenerativem Diesel

Alle ab dem ersten Quartal 2023 gefertigten Dieselmotoren der Modelle Toyota Land Cruiser und Hilux können mit dem regenerativen Dieseltreibstoff HVO 100 betrieben werden. Dieser wird zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen hergestellt. Es handelt sich dabei um hydriertes Pflanzenöl, das der europäischen Qualitätsnorm EN 15940 für paraffinischen Diesel entspricht. HVO 100 hat eine höhere Cetanzahl als Standarddiesel und einen geringeren Schwefel- und Aromatengehalt. Gewonnen wird der Treibstoff aus Pflanzenölen wie Palm- oder Rapsöl sowie Abfallstoffen wie Altspeiseöl. Technisch ist nur eine Anpassung des Einspritzsystems nötig, um die Treibstoffmenge zu erhöhen, denn HVO 100 hat eine geringere Dichte als herkömmlicher Diesel.

MechaniXnews – 22.07.2022

By-wire-Systeme werden spruchreif

Autos sind zunehmend elektrifiziert, automatisiert und Software-gesteuert auf unterwegs Zulieferer ZF möchte bei der Entwicklung und Industrialisierung neuer Fahrwerksysteme mit einem umfassendsten Angebot an By-Wire-Technologien eine Vorreiterrolle spielen. Steer-by-Wire-Systeme, bei denen keine mechanische Verbindung und keine Systemflüssigkeiten benötigt werden, eröffnen für Konstrukteure und Designer viele neue Möglichkeiten. Nun hat ZF das neue Steer-by-Wire-System erstmals vorgestellt und angekündigt, dass es bereits einen grossen Automobilhersteller gibt, der die ZF-Technik im Laufe des nächsten Jahres im industriellen Massstab einsetzen wird. Auch auf der Bremsseite sind die Deutschen mit der integrierten, ebenfalls überwiegend mit By-Wire-Technik kontrollierten Bremsenansteuerung am Ball.

MechaniXnews – 20.07.2022

Fahrerlos durch die Produktionshallen

Noch ist es ein Projekt, doch schon bald werden sich neue BMW-Modelle in der Produktion fahrerlos bewegen. Um mit „Automatisiertem Fahren im Werk“ (AFW) die Effizienz der Logistik von neu produzierten Autos in Werken und Distributionszentren zu erhöhen, arbeitet BMW mit dem Schweizer Startup Embotech und dem südkoreanischen Unternehmen Seoul Robotics zusammen. Die Fahrzeuge sollen sich innerhalb der Hallen fahrerlos, sicher und effizient bewegen. Die Pilotphase startet in diesen Tagen im Werk Dingolfing mit den neuen 7er-Modellen. Die AFW-Lösung setzt auf zwei Schlüsseltechnologien. Zum einen kommt eine Sensor-Infrastruktur zum Einsatz, die bei der Lokalisierung und beim Manövrieren der Fahrzeuge hilft, und zum anderen sendet ein Bewegungsplaner kontrollierte Befehle an die fahrerlosen Fahrzeuge.

MechaniXnews – 18.07.2022

Wasserstoffspeicherung in Metallabfällen

Im Vergleich zu herkömmlichen Druck- oder Flüssigwasserstofftanks sind Metallhydride eine gute Lösung, um Wasserstoff bei niedrigen Drücken und Temperaturen sicher zu speichern. Die zu feinen Pulvern gemahlenen Metallverbindungen haben eine hohe Affinität für Wasserstoff. Sobald sie diesem ausgesetzt sind, brechen die Bindungen zwischen den beiden Wasserstoffatomen des Wasserstoffmoleküls (H2). Danach gehen die Metalle eine Bindung mit den Wasserstoffatomen ein und es entstehen Hydride. Wie ein Schwamm, der Wasser aufsaugt, können Metallhydride Wasserstoff in grossen Mengen binden und schnell wieder abgeben. Ein deutsches Forscher-Team hat nun gezeigt, dass sich hochwertige Wasserstoffspeicher auch aus weniger reinen Metallabfällen der Industrie herstellen lassen – kostengünstig und ressourcenschonend.