MechaniXnews – 21.09.2020

Strom ins Auto – und zurück

Der FCA-Konzern (Fiat Chrysler Automobiles), der Technologiekonzern Engie Eps und der italienische Stromnetzbetreiber Terna haben im Turiner Stadtteil Mirafiori ein Pilotprojekt zur Vehicle-to-Grid-Technologie (V2G) eingeweiht. Mit dem Projekt, das nach Fertigstellung das grösste seiner Art weltweit sein wird, soll die Interaktion zwischen elektrisch betriebenen Autos und dem öffentlichen Stromnetz erforscht und getestet werden. In der ersten Bauphase wurden im FCA-Werk 32 Zweiwege-Schnellladesäulen installiert, an die 64 Elektrofahrzeuge angeschlossen werden können, und bis Ende 2021 ist eine Erweiterung für bis zu 700 Fahrzeuge vorgesehen. Die Anlage wird in Zukunft jährlich mehr als 6500 MWh Strom produzieren und damit mehr als 2100 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr einsparen.

MechaniXnews – 18.09.2020

Weniger Verschleiss und weniger Abrieb

Der italienische Bremsenspezialist Brembo startet mit neuer Firmenstrategie sowie mit zwei neuen Produkten in die Herbstsaison. Charakteristisch für die neue Greentive-Bremsscheibe ist die spezielle Zweifachbeschichtung mit spiegelglatter Oberfläche, die grosse Korrosionsbeständigkeit und Verschleissfestigkeit garantiert und damit auch zur Verringerung der Partikelemissionen beiträgt. Mit den neuen Generation der Bremsfedertechnik – Enesys genannt – wird das Restbremsmoment verringert, indem die Bremsbeläge nach dem Loslassen des Bremspedals sofort in ihre Ausgangsposition im Bremssattel zurückgetrieben werden. Damit wird eine unerwünschte Reibung zwischen den Bremsbelägen und der Bremsscheibe vermieden.

MechaniXnews – 16.09.2020

Hoher Energieinhalt dank Festkörperbatterie

Zwar rechnet man mit einem Serieneinsatz von Elektrofahrzeugen mit Festkörperbatterie erst in der zweiten Hälfte der 2020er-Jahre, doch zeigt Mercedes jetzt im eCitaro G zum ersten Mal einen Stadtbus mit dem neuen Batteriekonzept. Festkörperbatterien zeichnen sich durch eine lange Lebensdauer und eine hohe Energiedichte aus – im Fall des eCitaro G sind dies 441 kWh. Der Stromspeicher ist zudem Kobalt-frei, also umweltfreundlicher in der Herstellung. Allerdings sind Festkörperbatterien nur begrenzt schnellladefähig. Daher werden sie im eCitaro G nur als Option angeboten. Serienmässig kommt eine neue Generation der bisher verwendeten NMC-Batterien mit einer Gesamtkapazität von bis zu 396 kWh zum Einsatz.

MechaniXnews – 14.09.2020

Subtil weiter getunt

Mit der N-Version des i30 hat sich Hyundai im Kreis der sportlichsten Power Compacts in kurzer Zeit etabliert. Das noch weiter ausgereizte Derivat Project C stellt nun einen nächsten Höhepunkt dar. Weltweit entstehen nur 600 Exemplare davon, 125 kommen in die Schweiz. Während die Tuner im Europazentrum Rüsselsheim die Motorleistung von 275 PS und das maximale Drehmoment von 378 Nm im Overboost-Modus unverändert liessen, haben sie das Fahrwerk in zahlreichen Details weiter verschärft. Zudem wurde der Schwerpunkt deutlich abgesenkt, und dank dem Einsatz von Carbon in der Karosserie und Aluminium in der Radaufhängung konnte das Fahrzeuggewicht um stolze 50 kg verringert werden. Zum i30 N Project C gehören auch Leichtbau-Schalensitz von Sabelt sowie im N-Modus neckisches Auspuffknattern bei Gaswegnahme.

MechaniXnews – 11.09.2020

Motorenbau 1928 – reaktiviert

Der Rennwagen Blower mit 4,5-l-Kompressormotor ist das berühmteste Bentley-Modell. Mit ihm bestritt Sir Tim Birkin in den späten 1920er-Jahren viele Rennen. Zuerst als Sauger mit 130 PS ausgelegt, wurde der Motor später mit Roots-Kompressor bestückt, was ihm zu 240 PS verhalf. Nun baut Bentley für eine Neuauflage von zwölf Blower-Exemplaren den ursprünglichen Motor nach. Zu den typischen technischen Eigenschaften diese Motors gehören neben dem direkt von der Kurbelwelle angetriebenen Roots-Gebläse der verstärkte Kurbeltrieb, das modifizierte Schmiersystem und das Kurbelgehäuse aus Magnesium. Ein weiteres Merkmal des ursprünglichen Kompressormotors war der unheimliche Durst: Das Auto verbrauchte mehr als 100 l/100 km

MechaniXnews – 09.09.2020

CO2 endgültig entsorgen

Das Schweizer ETH-Spin-off Climeworks errichtet in Island die weltweit grösste Anlage zur Versteinerung von atmosphärischem CO2, Direct Air Capture and Storage genannt. Partner des Zürcher Unternehmens ist Autobauer Audi. Bei der Direct-Air-Capture-Technologie wird der Umgebungsluft durch ein speziell entwickeltes Adsorbermaterial CO2 entzogen und die CO2-freie Luft zurück in die Atmosphäre abgegeben. Die neue Anlage in Island transportiert das ausgefilterte CO2 rund 2000 m unter die Erdoberfläche, wo es durch natürliche Prozesse mit dem Basaltgestein zu Carbonaten mineralisiert. Die Anlage wird 24 Stunden am Tag und sieben Tage pro Woche in Betrieb sein und jährlich 4000 Tonnen CO2 aus der Atmosphäre filtern. Für Audi ist das Adsorbieren von CO2 aus der Atmosphäre eine wichtige Massnahme, um die Klimaziele zu erreichen. 

MechaniXnews – 07.09.2020

Carbon auch für kostengünstigere Autos

Um Gewicht zu sparen und damit die Fahrzeuge noch agiler und verbrauchsgünstiger zu machen, möchten Autobauer den Werkstoff Carbon schon lange auch in preisgünstigen Grossserienmodellen verwenden. Die Kosten und oft auch die aufwendige Fertigung sprechen aber dagegen. Mit einem neuen Fertigungsverfahren will Nissan die Entwicklung von CFK-Fahrzeugteilen (Carbon-Faser-verstärkte Kunststoffe) nun beschleunigen. Dazu haben die Japaner eine neue Herangehensweise für das bekannte Spritzgussverfahren entwickelt. Die Nissan-Ingenieure haben Techniken entwickelt, um die Durchlässigkeit des Kunstharzes in der Carbon-Faser exakt zu simulieren und das Fliessverhalten zu visualisieren. Im Vergleich bisherigen Verfahren lassen sich die Vorlaufzeit für die Entwicklung der Komponenten um etwa 50% und die Zykluszeit für das Giessen um 80% verkürzen.

MechaniXnews – 04.09.2020

Skoda erneuert das Werk Mlada Boleslav

Im Stammwerk Mlada Boleslav hat Skoda während eines vollen Jahres eine bestehende Fertigungslinie für die Produktion von MEB-Modellen umgebaut. Nach umfassenden Anpassungen in den Bereichen Gebäudestatik, Teiletransport und Endmontage ermöglicht die Fertigungslinie jetzt als einzige im ganzen VW-Konzern die parallele Produktion von Fahrzeugen auf Basis des modularen Elektrifizierungsbaukastens (MEB) und des modularen Querbaukastens (MQB). Damit laufen der rein batterieelektrische Skoda Enyaq iV, die Limousine Octavia und das Kompakt-SUV Karoq im tschechischen Hauptwerk vom gleichen Band. Die Umbau-Investitionen sollen sich auf 32 Millionen Euro belaufen. Besonderen Fokus legte Skoda beim Umbau der Fertigungsstrasse auf die Sicherheit, vor allem im Bereich des Batterie-Handlings.

MechaniXnews – 02.09.2020

Mobility will 100 Prozent E-Autos

Der Carsharing-Anbieter Mobility will bis spätestens 2030 sämtliche seiner aktuell 3120 Fahrzeuge auf emissionsfreien Elektroantrieb umstellen, und bis 2040 soll das gesamte Unternehmen klimaneutral sein. Dies erfordert einen Kraftakt, denn derzeit steht das Angebot bei nur 130 mit Strom sowie bei 100 mit Biogas betriebenen Fahrzeugen. Die höchste Hürde für Mobility ist die Ladeinfrastruktur, denn sie verursacht Kosten und ist aufwendig zu bauen. Weil Mobility Mieter, nicht Besitzer der Parkplätze ist, kann die Elektrifizierung nur im Zusammenspiel mit anderen erreicht werden. Man ist also offen für verschiedenste Ideen und zuversichtlich, bald erste Projekte anstossen zu können. Zudem hofft die Genossenschaft, dass die Hersteller die Ladeprozesse vereinheitlichen und dass die öffentliche Hand verstärkt Ladeinfrastruktur fördert.

MechaniXnews – 31.08.2020

Mit scharfem Lidar-Blick

Der Friedrichshafener Zulieferer ZF produziert im Auftrag von Ibeo Automotive Systems das Lidar-System Ibeo Next. ZF ist zu 40 Prozent an Ibeo beteiligt. Schon ab Oktober sollen erste Auslieferungen erfolgen – zuerst an den grossen chinesischen Autobauer Great Wall Motor für das kommende Modell Wey. Der Ibeo-Next-Lidar-Sensor basiert auf einer neuartigen Photonen-Laser-Messtechnik und kommt daher vollkommen ohne bewegliche Teile aus, was ihn robuster gegenüber Umwelteinflüssen und Erschütterungen macht. Weil der Sensor viele Laser-Impulse parallel verarbeitet, generiert er quasi in Echtzeit ein hochauflösendes 3-D-Modell der Umgebung. Er erkennt Leitplanken und Fahrbahnmarkierungen ebenso wie Position und Bewegung von Fahrzeugen, Zweiradfahrern und Fussgängern.