MechaniXnews – 26.07.2021

Wasserstoff auf der Langstrecke

Ab 2024 wird es beim 24-h-Rennen in Le Mans eine Wasserstoffklasse geben. Dazu haben sich die Schweizer Green GT und der französische Automobilclub ACO im Projekt Mission H24 zusammengeschlossen. Die Wasserstoffautos werden mit 700-bar-Tanks ausgestattet, befüllt mit 12 kg H2, was ein Tankvolumen von 300 l nötig macht und ein Gewicht von etwa 300 kg bringt. Simulationen bei ACO haben ergeben, dass sich ein Fahrzeuggewicht von rund 1300 kg ergeben wird, die Nettoleistung der-Brennstoffzelle etwa 300 kW, die Elektromotorleistung 600 bis 800 kW und die Batteriekapazität zwischen 5 und 10 kWh betragen würde. Aus Kostengründen werden in den H2-Autos viele Universalkomponenten verbaut: nicht nur das Chassis mit Monocoque und Fahrwerk, sondern auch der Antriebsstrang mit Batterie, Inverter, Motor und Getriebe. Der Wettbewerb konzentriert sich also auf die Brennstoffzellentechnik.

MechaniXnews – 23.07.2021

Speziell für Hochleistungsfahrzeuge

Für die Entwicklung eigener Batteriezellen hat sich Porsche nach der Customcells Itzehoe nun auch BASF ins Boot geholt. Im Rahmen der Zusammenarbeit bei Lithium-Ionen-Batterien der nächsten Generation stellt BASF hochenergetische Kathodenmaterialien zur Verfügung. Sie sollen ein schnelles Laden und eine hohe Energiedichte ermöglichen. Hergestellt werden die Batterien von der Cellforce Group in Tübingen. Die Produktionsanlage wird 2024 mit einer Anfangskapazität von mindestens 100 MWh pro Jahr in Betrieb gehen und Batterien für rund 1000 Motorsport- und Hochleistungsfahrzeuge herstellen. Die Produktionsabfälle werden in der BASF-Prototypanlage rezykliert. Lithium, Nickel, Kobalt und Mangan werden in einem hydrometallurgischen Prozess wieder in der Kreislauf eingebracht.

MechaniXnews – 21.07.2021

Virtuelle Toyota-Dummys sind gefragt

Die virtuellen Crashtest-Dummys von Toyota sind für die Weiterentwicklung der Sicherheit auch ausserhalb der Automobilindustrie von grossem Wert. Die sogenannten Thums (Total Human Model for Safety) kommen immer häufiger zum Einsatz, seit Toyota die Software, mit der sich menschliches Fehlhalten und Verletzungen simulieren lassen, kostenlos zur Verfügung stellt. 400 Nutzer haben die Simulation bereits heruntergeladen. Für möglichst realitätsnahe Ergebnisse werden Unterschiede bei Geschlecht, Alter sowie Körperbau und Position auf dem Sitz genauso berücksichtigt wie die Auswirkungen auf unterschiedliche Körperteile. Potenzielle Schäden lassen sich im Detail analysieren, weil die Form und Stärke des menschlichen Körpers präzise modelliert wird.

MechaniXnews – 19.07.2021

Reifen mit Hochlastmarkierung

Pirelli präsentiert seinen ersten Reifen mit hohem Lastindex. Im Vergleich zu einem Standardreifen kann er 20% mehr Gewicht tragen. Sogar gegenüber einem XL-Reifen der gleichen Grösse mit Extra Load vermag der Reifen mit HL-Kennung (High Load) 6 bis 9% mehr Gewicht zu tragen. Daher eignet er sich besonders für Elektro- und Hybridautos sowie für SUV. Ausserdem soll er einen geringen Rollwiderstand aufweisen und viel Geräusch- und Federungskomfort bieten. Das erste Auto mit dieser Bereifung wird die Luxus-Elektrolimousine Lucid Air sein, die noch in diesem Jahr in den USA auf die Strasse kommt. Deren Pirelli P Zero werden in den Dimensionen HL 245/35 R 21 99 Y XL für die Vorderachse und HL 265/ 35 R 21 103 Y XL für die Hinterachse geliefert.

MechaniXnews – 16.07.2021

Schwarmintelligenz für automatisiertes Fahren

Damit Autos in Zukunft alleine fahren können, sind sie auf hochpräzise digitale Karten angewiesen. Der VW Golf 8 stellt während der Fahrt Informationen für die Bosch-Strassensignatur bereit. Dieser cloud-basierte Service nutzt die aus dem Realverkehr gelieferten Daten, um hochauflösende Karten zu erstellen und aktuell zu halten. Das ist ein entscheidender Schlüssel für das automatisierte Fahren. Die Strassensignatur von Bosch nutzt Informationen von Radar- und Videosensoren sowie Fahrzeugbewegungsdaten, um die Navigationskarten mit weiteren Ebenen für die Lokalisierung und Steuerung der Autos zu ergänzen. Derzeit wird die Strassensignatur initial aufgebaut, und ab 2023 soll sie mit ersten Services in Fahrzeugen zur Verfügung stehen und mit Informationen kontinuierlich erweitert und aktualisiert werden.

MechaniXnews – 14.07.2021

Schaeffler produziert E-Achsen in China

Im vergangenen Jahr verzeichnete Automobilzulieferer Schaeffler Auftragseingänge in Höhe von 2,7 Milliarden Euro im Unternehmensbereich E-Mobilität. Die Zahl der Projekte lag 30% über dem Vorjahr, und im laufenden Jahr steigt sie weiter. Nun startete das Unternehmen in Taicang, China, die Produktion von 2-in-1-E-Achsen. Diese Achse ist eine hocheffiziente, kompakte Systemlösung, in der das Reduktionsgetriebe und der Elektromotor in einer kompakten Einheit integriert sind. Dank modularem Aufbau kann das System unterschiedliche Anforderungen für verschiedene Fahrzeugplattformen erfüllen. Nach der Markteinführung in China wird die 2-in-1-E-Achse auch bei einem europäischen Fahrzeughersteller zum Einsatz kommen.

MechaniXnews – 12.07.2021

Vitesco mit neuem E-Achsantrieb

Die neue Generation des integrierten elektrischen Achsantriebs Electronics Motor Reducer (EMR4) von Vitesco Technologies bietet eine hohe Leistungsdichte und kompakte Abmessungen bei geringem Gewicht. Die Antriebsplattform ist für Leistungsanforderungen von 80 bis 230 kW ausgelegt. Sie ist modularisiert, skalierbar und standardisiert. Damit können Fahrzeughersteller weltweit in einem Modell unterschiedliche Leistungsstufen des Antriebs anbieten, ohne dabei Schnittstellen oder Befestigungspunkte anfassen zu müssen. Sämtliche Varianten der EMR4-Plattform können auf einer einzigen Fertigungslinie hergestellt werden. Die Produktion im chinesischen Tianjin wird sowohl lokale als auch internationale Autohersteller mit dem neuen Antrieb beliefern.

MechaniXnews – 09.07.2021

Wärmespeicher für die Flauten

Das ETH-Spin-off Synhelion und die Empa führen gemeinsam ein Forschungsprojekt für die Entwicklung eines Hochtemperatur-Energiespeichers durch. Dieser ist ein zentraler Bestandteil bei der Herstellung von solaren Treibstoffen. Für die Herstellung dieser Treibstoffe hat Synhelion ein solar-thermochemisches Verfahren entwickelt, das auf Prozesswärme aus konzentriertem Sonnenlicht basiert. Damit die chemischen Reaktoren rund um die Uhr betrieben werden können, wird ein Wärmespeicher benötigt, der einen Teil der Solarenergie für die Nacht oder für bewölkte Perioden speichert. So lässt sich die Auslastung der Anlage zur erhöhen, und die Investitionen können gesenkt werden. Die Speichertechnik soll in Synhelions erster industrieller Anlage, die 2022 gebaut wird, Anwendung finden.

MechaniXnews – 07.07.2021

Over-the-Air-Updates für die ID-Familie

VW geht den nächsten Schritt in Richtung Software-orientierter Mobilitätsanbieter. Die Marke spielt regelmässig Software-Updates over-the-air in die Modelle seiner ID-Familie aus und ist damit der erste Volumenhersteller, der diese Technik für Kunden in der Breite verfügbar macht. Der neuste Software-Stand ID.Software2.3 wird per mobilem Datentransfer schon diesen Monat an Kunden des First-Movers-Club ausgeliefert. Das Update enthält Anpassungen und Verbesserungen rund um Bedienung, Performance und Komfort. Weitere Updates werden sukzessive folgen. Künftig wird VW die Software der ID-Fahrzeuge alle zwölf Wochen auf den neusten Stand bringen. Für die kontinuierliche Aktualisierung der Software im Auto hat VW eigens die Projekteinheit ID Digital gegründet.

MechaniXnews – 05.07.2021

Nissan erstellt ein Elektroautozentrum

In der Nähe des britischen Nissan-Standorts Sunderland entsteht ein Fertigungszentrum für Elektroautos, das die Dekarbonisierungsstrategie des Autoherstellers beschleunigen und damit den Weg in die Klimaneutralität ebnen soll. In das Projekt EV36 Zero investiert Nissan gemeinsam mit Batteriepartner Envision AESC und der Stadt Sunderland eine Milliarde britische Pfund (rund 1,3 Milliarden Franken). Zum Projekt gehören die Produktion von Elektrofahrzeugen, die Bereitstellung erneuerbarer Energien und die Batterieherstellung. EV36 Zero soll insgesamt 900 neue Arbeitsplätze im Werk Sunderland und mehr als 4500 in der britischen Lieferkette schaffen. 750 neue Stellen gibt es in der zweiten Gigafactory von Envision AESC. Dieses Unternehmen stellt seit 2012 Batterien für den Nissan Leaf her.