MechaniXnews – 01.04.2021

Ab heute gilt: 1 kW = 1 PS

Seit 1978 heissen die Einheiten des Drehmomentes und der Leistung im international gültigen Einheitensystem Newtonmeter (Nm) und Kilowatt (kW). Die Umstellung von mkp (Meterkilopond) auf Nm erfolgte damals schnell, denn die neuen Werte sind fast zehnmal höher. Anders bei der Leistungsangabe: Die kW-Werte sind betragsmässig niedriger als die PS-Zahlen. Also wollten die PR-Abteilungen der Autobauer keine Umstellung. Weil die Einheit PS aber für Elektromotoren ganz und gar nicht passt, soll sich dies nun ändern. Beraten von einer aus Elektrotechnikern und Veterinären bestehenden Taskforce hat der Bundesrat beschlossen, bei der Leistungsangabe ab sofort Parität einzuführen: 1 kW = 1 PS. Damit gibt es für Nostalgiker und Werbefuzzis keinen guten Grund mehr, die richtige Einheit weiterhin zu ignorieren.

MechaniXnews – 31.03.2021

Die Sonne soll es richten

Immer neue Formen alternativer Antriebssystem tauchen auf: Das kalifornische Jungunternehmen Humble Motors entwickelt ein SUV mit Solar-Power. 20 bis 100 km zusätzliche Reichweite soll das Elektroauto dank der über das Fahrzeug gespannten 7,5 m2 Solarzellen erreichen. Das aerodynamisch optimierte Leichtbaumodell Humble One ist laut Entwickler mit einem 760-kW-Antrieb ausgestattet, mit dem sich insgesamt bis zu 800 km zurücklegen lassen. Hauptsächlich setzt Humble Motors noch auf einen grossen Akku und bestehende Ladetechnik. Der Produktionsstart für den Humble One ist für 2024 geplant. Auch der Elektroautobauer Sono Motors verspricht für den Minivan Sion mit in die Karosserie integrierten Solarzellen mehr als 30 km Zusatzreichweite.

MechaniXnews – 29.03.2021

200'000 Bentleys seit 1919

Einem Bentayga Hybrid fällt die Ehre zu: Er ist das 200’000ste Exemplar aus der mehr als 101-jährigen Fahrzeugproduktion von Bentley. Auf dem Bild ist das schnelle SUV zusammen mit dem ältesten existierenden Bentley, einem EXP 2, festgehalten. Seit 2015 bauten die Engländer bereits 25'000 Bentaygas. 75% aller je im Werk Crewe gebauten Bentleys entstanden in den letzten 18 Jahren; die heutigen Bestseller sind der Continental GT und der Bentayga. Täglich werden derzeit 85 Autos gefertigt – gleich viel wie vor zwanzig Jahren in einem ganzen Monat. Bis 2026 sollen nur noch PHEV und BEV gebaut werden, und 2030 will das Unternehmen mit ausschliesslich elektrisch angetriebenen Modellen durchgehend CO2-neutral sein.

MechaniXnews – 26.03.2021

Shuttle-Fahren ohne Fahrer

Der deutsche Zulieferer Continental will während der Gartenschau auf der Insel Lindau vom 20. Mai bis zum 26. September für Besucher einen kostenlosen Shuttle-Service mit einem fahrerlos fahrenden Kleinbus betreiben. Eingesetzt wird ein Fahrzeug des Typs EZ10 von Easy-Mile, das zeitweise im Pendelbetrieb auf der Insel Lindau fährt. Continental ist an dem 2014 gegründeten Unternehmen beteiligt und verwendet modifizierte EZ10-Fahrzeuge weltweit als Entwicklungsplattform CUBE, der sogenannten Continental Urban Mobility Experience, für autonomes Fahren. Die Fahrzeuge von Easy-Mile sind bereits in mehr als 30 Ländern weltweit im Einsatz, meistens um die sogenannte Problematik „erste und letzte Meile“ zu lösen.

MechaniXnews – 24.03.2021

Eisraser mit Tempo 298 km/h

Lamborghini hat mit dem Urus zum ersten Mal an den Days of Speed am zugefrorenen Baikalsee teilgenommen und dort mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 114 km/h einen neuen 1000-Meter-Rekord nach Start aus dem Stand aufgestellt. Der vom russischen Piloten Andrey Leontyev gelenkte Urus erreichte während seines Rekordsprints eine Höchstgeschwindigkeit von 298 km/h – trotz der deutlichen Erwärmung der Eisschicht auf dem tiefsten See der Welt. Im Training soll sogar eine Höchstgeschwindigkeit von 302 km/h erreicht worden sein. Über den Bremsweg nach der Rekordfahrt ist dagegen nichts zu erfahren … Der Urus verfügt über einen 4-l-Biturbo-V8 mit 650 PS bei 6000/min. Damit beschleunigt er von 0 auf 100 km/h in 3,6 s – allerdings nicht auf Eis.

MechaniXnews – 22.03.2021

Aus alt mach neu

Mit dem Aufschwung der Elektroantriebstechnik kommen auch immer mehr unkonventionelle Ideen aufs Tapet. Von der englischen Watt Electric Vehicle Company (WEVC) beispielsweise stammt ein auf puristische Sportlichkeit getrimmter «Elektro-356er». Unter der vom legendären Porsche der 50er-Jahre inspirierten Kunststoffkarosserie steckt ein 120-kW-Elektroantrieb mit Hinterradantrieb und 40-kWh-Batterie, die für WLTP-Reichweiten um 370 km sorgt. Das WEVC-Coupé wiegt weniger als 1000 kg, die exakt 50:50 auf beide Achsen verteilt sind. Es soll in rund 5 s aus dem Stand auf Tempo 100 km/h beschleunigen können. Erste Auslieferungen des in St Columb Major, Cornwall, gefertigten Zweisitzers sind für Frühjahr 2022 geplant.

MechaniXnews – 19.03.2021

Gemeinsam Batterien rezyklieren

Der weltweite Bestand von Elektrofahrzeugen wird von zehn Millionen im Jahr 2020 auf voraussichtlich mehr als 100 Millionen im Jahr 2030 steigen. Deshalb ist die Sicherstellung eines stabilen Zugangs zu Batterierohstoffen wie Kobalt, Nickel und Lithium eine strategische Herausforderung. Die Renault-Gruppe wird bei der Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft für Metalle aus ausgedienten Batterien von Elektrofahrzeugen künftig mit dem Recycling-Spezialisten Veolia und dem Chemiekonzern Solvay zusammenarbeiten. Die Unternehmen wollen ihr spezifisches Know-how bei allen Prozessschritten nutzen und bestehende mechanische und metallurgische Recycling-Verfahren verbessern. Eine Pilotanlage hierfür ist in Frankreich bereits in Bau.

MechaniXnews – 17.03.2021

Probe aufs Exempel

Wasserstoff-Elektromobilität macht es möglich. Die Chr. Cavegn AG fuhr vergangene Woche mit einem 36-Tonnen-Anhängerzug voll beladen und 100% elektrisch ohne Tankstopp vom Genfersee bis zum Bodensee. Hinter dieser Leistung steht ein branchenübergreifender Öko-Mobilitätskreislauf mit lokal produziertem grünem Wasserstoff, sechs öffentlichen H2-Tankstellen auf der Achse Bodensee-Genfersee und der serienmässige Wasserstoff-Elektro-LKW Hyundai Xcient Fuel Cell. Der schwere Anhängerzug wurde zwischen den H2-Tankstellen in Crissier und in St. Gallen nicht mehr getankt. Resultat: 330 Kilometer ohne Emissionen, und das Fahrzeug hätte weitere 100 Kilometer ohne Tanken geschafft.

MechaniXnews – 15.03.2021

Schon bald CO2-freie Stahlproduktion?

Auch mit dem dynamischen Hochlauf der Elektromobilität bleibt Stahl ein wichtiger Konstruktionswerkstoff für die Karosserie und zahlreiche Komponenten. BMW investiert nun in ein neues Verfahren zur CO2-freien Stahlherstellung, das vom US-Startup Boston Metal entwickelt wurde und in den kommenden Jahren für die Produktion im industriellen Massstab ausgebaut werden soll. Bei der herkömmlichen Herstellung von Stahl entsteht in den Hochöfen CO2. Das Startup Boston Metal verwendet für seine neue Technologie Elektrizität, um über eine Elektrolysezelle Roheisen herzustellen, das in weiteren Schritten zu Stahl weiterverarbeitet wird. Wenn für diese Prozesse Strom aus erneuerbaren Energien eingesetzt wird, ist die Stahlproduktion CO2-frei.

MechaniXnews – 12.03.2021

Schweizer High-Performance-Elektrotechnik

Brusa Elektronik AG, der Schweizer Spezialist für EV-Antriebsstrang- und Leistungselektronik, und Stard, der österreichische EV-Motorsport-Spezialist, heben ihre enge Zusammenarbeit auf eine nächsthöhere Stufe. Die beiden Unternehmen unterzeichneten eine Vereinbarung über die gemeinsame Entwicklung und Vermarktung aktueller und zukünftiger Generationen von Hochleistungs-Elektromotoren, Umrichtern, DC-DC-Wandlern und Entwicklungsdienstleistungen für den Motorsport und spezielle Einsatzgebiete. Weitere Aspekte der Vereinbarung bieten Brusa direkten Zugang zu Kompetenz und Erfahrung der Österreicher in den Bereichen Batterieentwicklung, Elektroniksystem und Gesamtfahrzeugintegration. Stard übernimmt eine führende Rolle in der Kundenbetreuung und im Service.